Vorstoß für Carsharing
Langenau. Carsharing - ein Auto nutzen, ohne es zu besitzen - soll auch in Langenau möglich werden. Die Gemeinderäte finden das Angebot einer Firma gut.
In Ulm ist das Dienstleistungsunternehmen Confitech mit seinem Leihwagen-Angebot Confishare seit mehr als vier Jahren aktiv. Jetzt könnte das Carsharing - mehrere Nutzer teilen sich ein Auto - auch in Langenau Fuß fassen. Confitech-Geschäftsführer Joachim Vogt sagte im Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderats, es sei daran gedacht, drei Autos im Stadtbereich zur Verfügung zu stellen.
In ganz Deutschland sei das Konzept erfolgreich, sagte Vogt. Mehr als 3000 Fahrzeuge stünden zur Verfügung, Tendenz steigend. Das Angebot könnte in Städten im Ulmer Raum ebenfalls erfolgreich sein, nicht zuletzt in Langenau, das über viele Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Infrastruktur mit dem Gesundheitszentrum an der Spitze verfüge. Die Confishare-Autos könnten beim Gesundheitszentrum, am Bahnhof und am Rathaus stationiert werden. Telefonisch oder per Internet seien die Autos rund um die Uhr buchbar. Der Kunde öffne den Wagen mit einer Chipkarte, bringe ihn nach der Fahrt zum Stellplatz zurück und erhalte später eine detaillierte Rechnung.
Zuvor müsse er einen "Rahmennutzungsvertrag" abschließen. Folgende Kosten sind darin festgelegt: 550 Euro Kaution, 25 Euro Chipkarten-Pfand, 50 Euro Aufnahmegebühr, 6 Euro monatliche Verwaltungsgebühr. Die Nutzungsgebühr für das Auto berechne sich aus der gebuchten Zeit - von 0 bis 7 Uhr 0 Euro, von 7 bis 24 Uhr 1,80 Euro pro Stunde - und dem Streckentarif, der je nach Länge von 22 bis 17 Cent je Kilometer gestaffelt sei. Sowohl Privatleute als auch Firmen und Behörden könnten die Autos benutzen.
Vor allem für Wenigfahrer lohne sich das System. Die Stadt profitiere dadurch, dass weniger Autos auf den Straßen unterwegs seien und weniger Parkplätze benötigt würden. Vogt wies darauf hin, dass über Partnerfirmen in 56 Städten mehr als 1000 Share-Fahrzeuge zur Verfügung stünden. Für Studenten, Besitzer von Ding-Jahreskarten und für Firmen gebe es besondere Tarife.
"Eine vernünftige Sache, in welche die Stadt einsteigen sollte", fand Stadtrat Klaus Meisen. Der Kommune entstünden keine Kosten, sagte Vogt auf Nachfrage von Stadträtin Renate Maier. Er wäre jedoch dankbar, wenn Langenau Parkplätze zur Verfügung stelle. Rainer Hinkelmann sagte, es sollte auch ein Wagen mit großem Laderaum angeboten werden. Das regele die Nachfrage, meinte Vogt.
Beigeordneter Christoph Schreijäg und Bürgermeister Wolfgang Mangold begrüßten das Carsharing-Angebot. Die Stadt sei bereit, die Stellplätze zur Verfügung zu stellen. Es seien auch schon Gespräche mit der BUND-Ortsgruppe geführt worden, in denen es um eine Partnerschaft für das Projekt ging. Der Ausschuss beschloss einstimmig, das Vorhaben zu unterstützen.
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Autor: KURT FAHRNER | 12.02.2010
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