Von der Geschichtenerzählerin zur Diakonin
Merklingen. Am Sonntag wird Diakonin Elisabeth Schaser aus Merklingen verabschiedet. Hierzu laden die Apis (Altpietisten) im Bezirk am Sonntag, den 21. März um 14 Uhr in die evangelische Kirche Merklingen ein.
Diakonin Elisabeth Schaser verlässt Merklingen. Sie geht für drei Monate nach Paraguay, um in einer Deutsch-Brasilianischen Gemeinde eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr einzurichten. Anschließend wird sie in Tübingen Erwachsenenbildung studieren. Die 27-jährige Diakonin wurde als ältestes von vier Kindern in Rumänien geboren. Ihr Vater ist Pfarrer und ihre Mutter Grundschullehrerin. Sie kam 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland und seit Herbst 2005 arbeitete sie in Merklingen als Gemeindediakonin des Apis-Bezirks Laichingen/Geislingen. "Ich war sehr gerne hier in Merklingen, fühlte mich wie zuhause und wurde überall sehr freundlich aufgenommen", bilanziert Schaser. Egal wohin sie kam, mal spontan auf ein Fest, mal zur Heuernte auf einem Feld, immer sei man ihr sehr offen begegnet.
Sie steckt mit ihrer Fröhlichkeit und Offenheit die Menschen auch an. Anfangs, so erzählt Elisabeth Schaser, hatte sie mit dem Titel "Diakonin" ein Problem: "Ich nannte mich lieber professionelle Geschichtenerzählerin", sagte sie lachend. Denn sie erzählte den Kindern viele Geschichten aus der Bibel und setzte sie in den jährlichen Kindermusicals um. Während ihrer Zeit in Merklingen hatte Schaser von der evangelischen Landeskirche die Möglichkeit bekommen, über zwei Jahre hinweg nebenbei eine Fortbildung in Ludwigsburg zu machen. Während dieses Studiums hat sie sich mit dem Begriff der Diakonin angefreundet und nennt sich nun selbstbewusst so. "Ich bin der Landeskirche für diese Bildungsmöglichkeit sehr dankbar."
Dankbar ist sie auch, dass inzwischen in der Gemeinde vieles von alleine läuft, sich Ehrenamtliche gefunden haben, die die vielen begonnen Projekte von Elisabeth Schaser fortführen werden. "Dies macht es mir doch leichter zu gehen, weil ich weiß, dass das gut bestellte Feld gut weiter gepflegt wird." Es werde sicher mal ein Gewitter über das Feld ziehen. Doch Schaser ist sich sicher, dass auch diese Unwegsamkeiten von den Verantwortlichen gemeistert werden können.
Rückblickend freut es sie sehr, dass sich so viele Menschen in ihre Unternehmungen eingehakt haben: Je mehr dies taten, desto besser liefen Aktionen wie das Kindermusical oder das Frauenfrühstück. "In der Gemeinschaft, die schließlich ein richtiges Netz bildet, kann einem sehr vieles gelingen", ist sich Schaser sicher. "Es gab auch Tage bei meiner Arbeit hier dabei, da dachte ich hinterher: Das war heut gar nichts, doch mein Glaube und Gott gaben mir immer wieder die Kraft, weiter zu machen, nicht aufzugeben", erklärt die junge Frau.
Info
Elisabeth Schaser wird am Sonntag im Gottesdienst in der evangelischen Kirche Merklingen um 14 Uhr verabschiedet. Anschließend findet in der Gemeindehalle die Abschiedsfeier statt.
Das Kindermusical "Die Donnersöhne" von Frank Laffin wird nach Ostern aufgeführt: am Sonntag, 6. April in Nellingen um 10.30 Uhr im Familiengottesdienst und am Sonntag, 18. April in Merklingen um 16 Uhr in der evangelischen Kirche.
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Autor: MARGIT WEBER | 20.03.2010
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Elisabeth Schaser: Viele Merklinger haken sich ein in der Gemeinschaft. Foto: mw
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