Undichte Stellen stopfen
So manche "undichte" Stelle an den öffentlichen Gebäuden hat der Nellinger Energiebericht offenbart. Eine positive Bilanz gab es dagegen bei den jüngst sanierten Einrichtungen wie dem Kindergarten.
Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE |Die Energiekosten der öffentlichen Gebäude fressen Jahr für Jahr ein dickes Loch in den Nellinger Gemeindesäckel. "Unser Ziel ist es, Schwachstellen zu finden", erklärte Bürgermeister Franko Kopp in der Ratssitzung am Montagabend. Nur so könne man erkennen, an welchen Gebäuden eine energetische Sanierung erforderlich ist, und wo Vorsorge getroffen werden muss. Hilfreich dabei ist der Energiebericht, den Bauhofleiter Walter Wittlinger im Gemeinderat vorstellte. Über einen Zeitraum von elf Jahren sind darin die Verbräuche und die Emissionswerte der 18 gemeindeeigenen Gebäude erstellt worden.
Wittlinger verblüffte das Gremium dann in Teilen, andererseits fand es bestätigt, was oftmals schon diskutiert worden ist. Hoch erfreut waren Bürgermeister und Räte gleichermaßen an dem im Diagramm besonders anschaulich dargestellten Rückgang des Heiz- und Stromverbrauchs in der Sporthalle. "Da sehe ich absolut keinen Handlungsbedarf", stellte Verbandskämmerer Werner Zimmermann fest. Selbst die schon vorbereitete, aber noch nicht eingerichtete Wärmerückgewinnung sei dort nicht nötig. Dennoch ließen die ermittelten Daten eine alte Diskussion wieder aufleben: Die einen Sportler wollen es lieber kühler, andere warm in der Halle - doch Wittlinger stellte klar: "Nur ein Grad mehr Wärme macht sechs Prozent der Heizkosten aus."
Wie von den Räten nicht anders erwartet, stellte der Bericht die negative Situation in der alten Turn- und Festhalle dar. Trotz der eher spärlichen Nutzung weist die Halle einen hohen Wärmeenergieverbrauch auf. Sie soll deshalb energetisch saniert werden, was laut Investitionsplan 2013 passieren soll.
Einigkeit herrschte im Ratsgremium, dass allein anhand des Energieverbrauchs keine Entscheidungen gefällt werden können, auch die Frequentierung der öffentlichen Einrichtungen müsse in eine Kosten-Nutzen-Darstellung einfließen.
Große Freude gab es bei den Zahlen zum 2009 erneuerten Pumpwerk der Kläranlage: Der Verbrauch hat sich von 80 000 Kilowattstunden auf 50 000 reduziert. Große Differenzen gab dagegen im 20 Jahre alten Feuerwehrgerätehaus, das zugleich den Bauhof und das Schlachthaus beherbergt: Wo bei der Feuerwehr hauptsächlich die Ladegeräte die Rädchen am Stromzähler fleißig laufen lassen, verursacht das Schlachthaus im Verhältnis zur Quadratmeterzahl die höchsten Energiekosten. "Umgerechnet auf jede Schlachtung sind das 118 Euro", rechnete Wittlinger vor. Er fügte jedoch an, dass die Daten für die Schlachtanlage nicht repräsentativ seien, weil sie lediglich auf zwei Schlachtungen basieren: "Das ist kein reeller Mittelwert." Dennoch wurde den Räten in der Diskussion darüber deutlich, dass wohl nicht nur undichte Fenster ein Grund für die hohen Energiekosten dort sind.





