Tag der Unfälle

Bermaringen.  Er fährt mit dem Rad von Kairo nach Kapstadt: Hartmut Bögel aus Blaustein. Rund 12.000 Kilometer wird er bis nach Südafrika auf dem Sattel verbringen. Pünktlich zur Fußball WM will der Blausteiner sein Ziel erreichen. In loser Folge berichtet Hartmut Bögel über seine Erlebnisse von unterwegs.

05.Februar 2010

Wenig nur geschlafen, da mein Knie sehr schmerzt und ich bei jeder Bewegung davon aufwache, warum bewegt man sich auch nur soviel in der Nacht????? Überraschend gut geht es auf dem Rad; besser als Laufen allemal.

Heute war der Tag der Unfälle, es gab gleich drei Stürze und die sympathische Laura aus Belgien hat es am heftigsten erwischt. Ein junger Mann stellte sich ihr in den Weg, er hat wohl ihre Geschwindigkeit völlig unterschätzt und sie knallte vom Rad und mit dem Kopf auf den Asphalt, zum Glück dämpfte der Helm vieles ab, dennoch hat sie wohl eine leichte Gehirnerschütterung und natürlich auch einen ziemlichen Schock. Caroline unsere erfahrene Krankenschwester fuhr mit ihr zur Sicherheit in ein nahe gelegenes Krankenhaus und wir waren doch sehr froh als sie später beide wieder im Camp eintrafen und hoffen alle, dass sie sich schnell wieder völlig davon erholt.

Unser Camp liegt hier nahe am blauen Nil. In Khartoum treffen ja blauer und weißer Nil zusammen und unsere Route führt nun den blauen Nil entlang der in Äthiopien seine Quelle hat. So gab es auch heute wieder ein erfrischendes Bad und das an einem fast schon richtigen Sandstrand- herrlich. Unweit unseres Camps trafen wir dann auch auf einige junge Männer, die dort Ziegelsteine herstellen. Nilschlamm wird dafür mit Dung vermischt und in Formen gedrückt und zum Trocknen in die Sonne gelegt; später werden die trockenen Ziegel dann zu einem großen Block zusammengestellt, mit Sand abgedeckt und durch unterirdische Löcher befeuert und gebrannt... die Jungs schufteten da ganz schön in der Sonne und sind von all der Arbeit sehnig und sehr muskulös und hatten zum Glück auch keine Probleme damit, dass wir sie fotografieren wollten.

Ach ja, ich muss ja noch mein Ergebnis vom Zeitfahren kundtun. Ich habe für die 20 km genau 38:10 min gebraucht und fuhr damit grade noch unter die Top 10 der Männer; geradelt ohne Klickpedale und in Sandalen und mit einem 50-er Mantel. Adrian der junge Australier gewann das Zeitfahren mit seinem Rennrad mit einer phantastischen 32-er Zeit. Bei den Frauen fuhr Gisi( 37:18) hinter Jenny (36:40) auf den zweiten Platz.

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08.02.2010

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