Sportliches Spektakel

Rottenacker.  Für Akteure und Zuschauer war das Wasserskifahren auf dem Badesee Heppenäcker gleichermaßen eine Attraktion. Ralf Jankovski machte dies mit seinem Motorboot in Kooperation mit dem Jugendzentrum möglich.

Wo sonst gebadet wird, gab es am Samstag ein außergewöhnliches Spektakel. Das Wasserskifahren und Wakeboarding auf dem Freizeitsee in Rottenacker war ein großes Vergnügen für Akteure und Zuschauer. Wer sich nicht aufs Wasser wagte, hatte am Ufer seinen Spaß. Freizeitvergnügen vor der Haustüre war somit gesichert.

Ralf Jankowski machte dies möglich, er hatte sein Motorboot vom Liegeplatz am Bodensee nach Rottenacker gebracht, und so war heuer zum zweiten Mal das nasse Vergnügen im Angebot, in Kooperation mit dem Jugendzentrum. Nachdem Jankowski als routinierter Wassersportler die Zuschauer mit kühnen, von sportlicher Eleganz geprägten Runden und als versierter Wellenspringer auf dem See beeindruckt hatte, nutzten einige Mutige die Gelegenheit und testeten ihre Talente für die außergewöhnliche Sportart. Dabei zeigte sich, dass es am schwierigsten ist, sich beim Start mit Hilfe der Leine aus dem See an die Wasseroberfläche zu ziehen. Wer dies schaffte, genoss die rasante Tour auf dem See, bis es irgendwann per Purzler oder sanftem Abgleiten wieder ins etwa 18 Grad frische Wasser ging.

Auch Bauhofleiter Ulrich Zimmer wagte sich aufs Wasser und musste zunächst einige Male untertauchen, bevor er die Kurve bekam und dann sichtlich Spaß hatte. "Ich wollte sehen, ob es nach 20 Jahren Pause nochmals klappt", strahlte Zimmer, etwas außer Atem. Wasserski sei anstrengend, fordert vor allem die Arme und Schultern, berichteten jene, die den Versuch wagten. Kräftiger Muskelkater ist somit für Ungeübte angesagt.

Markus Ulmer leistete mit seinem Traktor nicht nur Zubringerdienste und transportierte das Boot mit dem Traktorgespann zum See, sondern imponierte dort dem Publikum auch als versierter Wasserskifahrer. "Er wird das Talent wohl von seinem Vater geerbt haben", meinte Wolfgang Köger, der das Geschehen vom Ufer aus mit etwa weiteren 50 Zuschauern beobachtete. Er schlug damit den Bogen in die 1950er- und 1960er-Jahre, denn Wasserskifahren ist in Rottenacker nicht ganz neu. Damals machte Kurt Dommer mit seinem noch deutlich einfacheren Motorboot auf der Donau Furore und zog Wasserskifahrer auf dem Fluss hinter sich her. Ulmers Vater Friedrich war einer dieser Wassersportler. Ebenso wie Wolfgang Köger und einige weitere Fans ließ er sich oberhalb des Wehrs flott übers Wasser gleiten. Auch damals war es für die Zuschauer ein beliebtes Vergnügen, bei dem Spektakel am"Wuhrloch" vor Ort zu sein.

Der wichtigste Akteur der Veranstaltung am Samstag steht für das Erbe: Ralf Jankowski ist ein Enkel von Kurt Dommer - und er hat dessen Leidenschaft offenkundig in den Genen. Am Samstag wurden bei den älteren Zuschauern die alten Zeiten lebendig. Im Gegensatz zum Vorjahr bot diesmal schönes Wetter ideale Voraussetzungen.

Gefragt waren die Plätze im Boot, in dem auch Kinder mit über den See düsen durften. Einige hatten Freude an den großen Wellen mit ihren Schaumkronen, die das Motorboot ans Ufer schickten. Ganz spontan nahmen sie darin ein Bad. Die am Badesee beheimateten Schwäne beobachteten das ungewohnte Geschehen gelassen, aber aus der gebotenen Distanz. Nach Seifenkistenrennen, Scheren- und Messerschleifen sowie Sensen dengeln war Wasserski am Wochenende die dritte größere Aktion in Rottenacker.


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Autor: DORIS MOSER | 06.09.2010

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