Soziale Stiftung beschlossen
Blaubeuren. Der Gemeinderat hat eine "Bürgerstiftung Blaubeuren" beschlossen. Ein Vermächtnis von 74 000 Euro dient als Stiftungskapital. Die Stadt soll 100 000 Euro beisteuern und auch Bürger sollen stiften.
In Blaubeuren gibt es drei Stiftungen bürgerlichen Rechts: Die Ute und Emil Pfetsch-Stiftung, die Kunst, Kultur und Heimatpflege fördert, die Kulturstiftung Kleines Großes Haus, die ein mittelalterliches Gebäude saniert, und die Stiftung "Urgeschichtliches Museum - Galerie 40tausend Jahre Kunst", die das Urgeschichtliche Museum betreibt. Doch es gibt bisher keine Stiftung für soziale Zwecke. Das ändert sich jetzt. Der Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig die Gründung der "Bürgerstiftung Blaubeuren" beschlossen.
Zweck der Stiftung ist, "Projekte und Maßnahmen im sozialen Bereich der Stadt zu fördern und zu unterstützen, soweit öffentliche Mittel dafür nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen", heißt es in der Präambel. Die Stiftung will Eigeninitiative, Toleranz und Solidarität junger Menschen fördern und das Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung vertiefen. Die Kluft zwischen Menschen, die Hilfe benötigen, und Menschen, die Hilfe leisten können, werde immer größer, heißt es in der Begründung der Stadtverwaltung. Die Stiftung will die Möglichkeit bieten, dass Menschen durch Geld oder praktisches Tun anderen helfen können.
Manfred Daur, SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Blaubeuren, hatte die Gründung einer Bürgerstiftung im Jahr 2008 angeregt. Hauptamtsleiter Reinhold Kley hatte in Abstimmung mit Fachleuten und Behörden, insbesondere mit dem Regierungspräsidium Tübingen als Stiftungsbehörde, eine Satzung erarbeitet.
Als Stiftungsvermögen dient zunächst der Nachlass einer 1954 im städtischen Altenheim "Spital" verstorbenen Blaubeurerin. Es handelt sich um Aktien, die laut Kley momentan einen Wert von 74 000 Euro haben. Die Spenderin verfügte, dass die Erträge für kranke und hilfsbedürftige Bewohner des Spitals verwendet werden sollen. Dieses Geld nach der Schließung des Heims für eine Stiftung zu verwenden, sei sicherlich im Sinne der Verstorbenen, meinte Erika Schermaul (Grüne). Es sei richtig, zusätzlich zu den drei bestehenden Stiftungen eine soziale Stiftung zu gründen, meinte Reiner Baur (CDU). Uneingeschränkte Zustimmung erklärte auch Hans Jörg Kuhn für die SPD.
Zustimmung fand der Vorschlag von Erich Straub (FWV), die Stiftung mit städtischen Mitteln in Höhe von 100 000 Euro auszustatten. Die 74 000 Euro seien zu wenig, um etwas zu erreichen. Die Verwaltung wurde beauftragt, im Haushalt 2010 Möglichkeiten zu suchen, wie 40 000 Euro bereitgestellt werden können. Von 2011 an sollen über drei Jahre jeweils 20 000 Euro oder über fünf Jahre jeweils 12 000 Euro jährlich bereitgestellt werden. Das sei ein Signal der Stadt an die Bürger, meinte Erich Straub.
Die Stadt will möglichst viele Gründungsstifter mit aufnehmen. Jeder, der sich am Anfang mit mindestens 50 Euro beteiligt, soll gemeinsam mit dem Bürgermeister die Gründungsurkunde unterzeichnen. Geplant ist eine öffentliche Auftaktveranstaltung. Auf Antrag der SPD wurde beschlossen, dass der Vorstand aus sechs Personen besteht. Eines der Mitglieder ist der amtierende Bürgermeister. Die Sparkasse hat sich bereit erklärt, eine Person als Schatzmeister zu entsenden. Diese Aufgabe soll der Blaubeurer Filialdirektor Christian Sigg übernehmen. Die Vorstandsmitglieder werden von den Stiftern bestellt.
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Autor: JOACHIM STRIEBEL | 19.03.2010
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Auch nach der Schließung des Alten- und Pflegeheims soll das Vermächtnis einer 1954 verstorbenen Spital-Bewohnerin Bedürftigen zu Gute kommen. Es ist Grundstock für die Bürgerstiftung. Archivfoto
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