Schräge Töne von schrägen Typen
Blaustein. 20 Jahre Guggenmusik Blaustein. Grund genug, die Wände der Blautalhalle zum Beben zu bringen. Bei der ersten Gugganacht der Katzastrecker am Samstag tanzten Musiker und Besucher bis in den Morgen.
Über den Sinn des von DJ Mäx aufgelegten Partykrachers "Heut wird gefeiert, und die Blaskapelle spielt" mag man sich streiten. Trotzdem passten die Zeilen zum vergangenen Samstagabend in der Blautalhalle: Da feierte die Guggamusik der Blausteiner Narrenzunft "Katzastrecker" ihr 20-jähriges Bestehen. Statt herkömmlicher Blasmusik ließen dabei aber Guggenmusiker von nah und fern die Wände wackeln. Sechs Kapellen pusteten im Laufe des Abends die Gehörgänge der Besucher kräftig durch.
Schräg wie ihre Musik sind auch die Namen der zur Feier erschienenen Gästegruppen: die "Neckarbätscher" aus Neckartailfingen, die "Notenfurzer" aus Waldhausen, die "Giggalesbronzer" aus Weißenhorn. Die Jubilare selbst nennen sich sinnigerweise "Inschdromendaquäler". Von Beginn an geht den Besuchern der von allerlei Schlagwerk bestimmte, wilde Rhythmus ins Blut. Bald tanzen mehr Gäste auf Stühlen und Tischen als auf dem Hallenboden. Höhepunkt ist der Auftritt der Weißahoarer Giggalesbronzer gegen Mitternacht, schlechthin die Guggenmusik-Stimmungsmacher der Region. Für den fetzigen Abschluss sorgen die Hausherrn selbst. Hingucker zwischendurch sind die Maskentänze anderer Katzastrecker-Gruppen wie den vielfarbigen "Lixhupfern" und den knorrig-hölzernen "Nastigen". Nicht wenige der Besucher halten durch bis in den frühen Morgen. "Ein Wahnsinnsabend", freut sich deshalb Ober-Guggenmusiker Jürgen Wöhrle.
Ihren Anfang nahm die Blausteiner Guggenmusik als Teil des Musikvereins, berichtete Wöhrl. 1990 beschlossen einige Musiker, beim anstehenden Vereinsfasching als Guggenmusiker aufzutreten. Kostüme wurden geschneidert und ein passendes Programm einstudiert. Was als einmalige Einlage gedacht war, kam so toll an, dass Frank Ziegler, Hans Peter Mall, Manfred "Mande" Gerling und andere beschlossen, das Projekt auszubauen. Bereits zur nächsten Saison waren 25 Spieler eingeschworen, das Blautal das Fürchten zu lehren: Die Guggamusik Blaustein war geboren.
Einladungen zu Nachbarvereinen, ein Logo und der Beiname "Inschdromendaquäler Blauschdoi", das Banner und vor zwei Jahren das dritte Häs folgten. Seit längerem besteht die Kapelle losgelöst vom Musikverein, sie gehärt heute den Katzastrecker-Narren an.
"Ohne die Zunft könnten wir eine solche Veranstaltung wie die Gugganacht nicht über die Bühne bringen", bedankte sich Wöhrle. Bis 2002 war Frank Ziegler die treibende Kraft hinter der Kapelle. Dann hörte er aus beruflichen Gründen auf. Tobias Wieland übernahm die musikalische Leitung, Jürgen Wöhrle die Organisation. Mit "Mande" Gerling ist noch ein Gründungsmitglied dabei. "Wir sind ein toller Haufen mit Spielern von 18 bis 48 Jahren. Nach einer solchen Nacht ist doch klar, dass es noch einige Jubiläen zu feiern geben wird", ist sich Wöhrle sicher.
Info
Neue Spieler sind den Blausteiner Guggenmusikern willkommen. Kontakt: www.guggamusik-blaustein.de
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Autor: FRANZ GLOGGER | 08.02.2010
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