Pochen auf Selbständigkeit

Schelklingen.  Zahlreiche Zuhörer lauschten vorgestern in Schelklingen der Schul-Entscheidung der Gemeinderäte. Diese fiel eindeutig aus: Zusammengehen mit Allmendingen nur, wenn beide Schulen selbständig bleiben.

"Etwas schwierig" sei derzeit das Gespräch über die angedachte gemeinsame Werkrealschule neuen Typs mit Allmendingen, sagte Schelklingens Bürgermeister Michael Knapp vorgestern zu Beginn der Gemeinderatssitzung. Der Rektor der Schelklinger Heinrich-Kaim-Schule, Thomas Gnahm, sprach sogar von "Funkstille", die derzeit zwischen den potentiellen Partnern herrsche. "Verschnupft" sei man auf Allmendinger Seite, dass es nicht so laufe, wie man sich das vorgestellt habe, sagte Gnahm. Der Rektor hatte im Namen der Schelklinger Schulkonferenz den Gemeinderäten einen Brief geschrieben, in dem er einen Beschluss vorschlug. Drei Punkte waren Gnahm wichtig, er trug sie gestern im Gremium vor.

die Werkrealschule soll in der alten Form weiter in Kooperation mit der Allmendinger Schule für die nächsten beiden Schuljahre fortgeführt werden

die Werkrealschule neuen Typs soll nur in der bisher bestehenden Form umgesetzt werden. Die Selbstständigkeit beider Schule soll unbedingt erhalten bleiben. Erweitert werden soll in diesem Fall die Kooperation bei den Wahlpflichtfächern ab Klasse 8. Für dieses Modell ist eine Genehmigung des Ministeriums nötig - das Schulamt lehnte eine solche Form bislang strikt ab.

sollte dieses Modell nicht genehmigt werden, soll die Heinrich-Kaim-Schule vom Schuljahr 2012/2013 eine "Hauptschule mit teilweise gebundener Ganztagesschule" werden. Geeigneten Schelklingern Schülern der Klasse 9 soll dann der Besuch einer zweijährigen Berufsfachschule oder der Besuch der 10. Klasse an der Schule Blaubeuren empfohlen werden.

Gnahm sprach davon, dass das bisherige Modell der Schelklinger Schule erprobt und auch vom Ministerium gelobt werde. Der Unterricht an der Hauptschule Schelklingen entspreche dem einer Werkrealschule. Wie die Werkrealschule neuen Typs ankomme, sei im Übrigen noch unklar.

Die Schelklinger Gemeinderäten zeigten sich einverstanden mit Gnahms Vorschlägen. Sie stimmten allen drei Punkten zu, lediglich Bürgermeister Knapp enthielt sich der Stimme. Paul Glökler (CDU) sagte, das Ansinnen der Schulverwaltung, die Selbstständigkeit der Schelklinger Schule aufzugeben, sei nicht akzeptabel. "Das kann von uns nicht mitgetragen werden." Jürgen Haas (SPD) fragte bei Gnahm nach, ob er mit einem Rückgang der Schülerzahlen rechne, wenn die Schelklinger Schule nicht Werkrealschule neuen Typs werde. Damit rechne er nicht, sagte Gnahm. Die Akzeptanz der Schule in Schelklingen bei den Eltern sei groß, es kämen mehr Schüler.

Dr. Rolf Finkele (Pro Schelklingen) pochte darauf, dass die Stadt Kontakt zu Gemeinden aufnehme, die gegen die bestehende Regelung klagten. Auch Bürgermeister Knapp und Paul Glökler hatten das laufende Verfahren angesprochen, in dem geklärt wird, unter welchen Bedingungen Schulen zur Werkrealschule neuen Typs werden können. Womöglich, so die Hoffnung, werde die Kooperation noch zustande kommen, ohne die Schul-Selbständigkeit aufzugeben.


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Autor: BERNHARD RAIDT | 30.07.2010

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