Photovoltaik-Anlage ist da
Dietenheim. Die Energie-AG der Dietenheimer Hauptschule ist ein Stück weitergekommen in ihrem Bemühen, ohne Energieversorger Strom für ein Klassenzimmer zu produzieren. Eine Photovoltaik-Anlage ist vor Ort.
. Immer flexibel bleiben und sein Engagement nicht herunterfahren, auch wenn erhoffte Erfolge ausbleiben: Diese zwei Dinge lernen die Schüler der Energie-AG an der Dietenheimer Hauptschule gerade im Besonderen; neben den umfangreichen physikalischen, technischen und elektrischen Grundkenntnissen in Sachen Photovoltaik. Lehrer Alfred Feuerstein vermittelt den Acht- und Neuntklässlern in ihren freiwilligen Dienstagsstunden diese Kenntnisse.
Flexibilität war bei einer Spendenannahme angesagt. Wie berichtet, hatte sich bei der Schule gleich ein edler Spender für eine Photovoltaik anlage gemeldet, kaum dass die Jugendlichen sich und ihr ehrgeiziges Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt hatten. Die jungen Leute wollen bekanntlich ein Klassenzimmer ohne Energieversorger und nur mit Hilfe von Sonne oder Wind eine zeitlang mit Strom versorgen. Dietrich Merkle aus Dietenheim stellte den jungen Leuten für dieses anspruchsvolle Unterfangen seine zehn Jahre alte Photovoltaik-Anlage mit insgesamt 15 Modulen zur Verfügung. Weil diese Anlage mit ihrer Gesamtleistung von 1,5 kW aber nicht auseinander genommen werden sollte, taugt sie auch nicht für einen Standort im schuleigenen Garten. "Viel zu groß, viel zu gefährlich, schwierig zu unterhalten und unmöglich, den Strom von dort aus ins Netz einzuspeisen", erteilte auch Christoph Koßbiehl von der Stadtverwaltung diesem Vorhaben eine glatte Absage.
Das Ziel einer autarken Stromproduktion ist dennoch in greifbarer Nähe. Denn die Fachleute der Stadtverwaltung, Energieberater Heinz Kaschta und AG-Chef Feuerstein kamen nämlich zu einer neuen, gangbaren Lösung. Die Merklesche Photovoltaikanlage wird an der Südseite auf dem Flachdach der Sporthalle installiert. Über einen Einspeisepunkt der EnbW beim benachbarten Kindergarten St. Martin wird der Strom in das allgemeine Stromnetz geleitet. Angesichts der Gesamtfläche von 14 Quadratmetern rechnet Alfred Feuerstein mit einer Jahresleistung von etwa 740 kW. Ob die 15 Module tatsächlich so viel Strom produzieren werden, können die Schüler ganz genau kontrollieren und nachrechnen. Die Anlage auf dem Hallendach wird unten mit einem eigenen Zähler ausgestattet, an dem die Interessierten jederzeit ablesen können, wie viel Strom gerade produziert wird.
"In jedem Fall wollen wir aber auch noch eine Kleinanlage für Versuchszwecke bauen", nennt Feuerstein die nächste Aufgabe. Er denkt dabei an eine Photovoltaik-Anlage mit zwei oder drei Modulen. An dieser Kleinanlage können die Jugendlichen gefahrlos eigene Messungen durchführen. Die Techniklehrer hätten zugesagt, ein Drehgestell zu entwickeln, das eine Mitführung mit dem Sonnenstand erlaubt. Der Storm, den diese Versuchsanlage erzeugt, soll im Schulhof und für alle Schüler sichtbar, ein Modell oder ein Gerät antreiben. "Da sind wir in der AG noch auf Ideensuche", sagt Feuerstein.
Beim Transport der 15 Photovoltaik-Platten vom Merkleschen Einfamilienhaus zur Schule legten einige AG-Schüler fleißig Hand an. Der kleinen Gruppe gewährte der Tüftler und Bastler Merkle auch einen Einblick in sein energieeffizientes Einfamilienheim: Warmwasser-Anlage, Waschmaschinen-Vorschaltgeräte, Gas-Trockner und mehr. Die Besucher waren angetan, auch von den handwerklichen Fähigkeiten ihres großzügigen Gönners, der für Unterrichtszwecke noch mit einem Windrad aus seinem Bestand nachlegen möchte.
Dass es mit einem Preis beim bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerb nicht geklappt hat, darüber sind die Dietenheimer Schüler zwar ein bisschen enttäuscht, zumal sie viel Zeit und Energie in eine umfassende Präsentation steckten. Doch entmutigen lassen sie sich davon nicht. "Es gibt noch andere Wettbewerbe. Wenn unsere Anlage erst einmal steht, können wir es nochmal probieren", tröstet Alfred Feuerstein. Die AG engagiert sich also weiter.
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Autor: BEATE REUTER-MANZ | 15.05.2010
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Die Photovoltaik-Platten wurden per Anhänger in die Schule transportiert. Foto: Beate Reuter-Manz
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