Peri bittet um Verständnis

Weißenhorn.  Das Unternehmen Peri hat in der Diskussion um das Weißenhorner Industriegebiet seine Ansprüche dargelegt - ein nicht ganz konfliktfreier Info-Abend.

An einem war auch nach zwei Stunden Diskussion nicht zu rütteln: Die Peri GmbH pocht auf ein zusammenhängendes Betriebsgelände im Industriegebiet Weißenhorn - so wie in einem Stadtratsbeschluss von 2006 zugesagt. Wenn es diese Zusage der Kommunalpolitik nicht gegeben hätte, gäbe es Peri nicht in diesem Ausmaß am Weißenhorner Standort. "Wir hatten uns damals gut überlegt, ob wir 2005 die für die Zukunft erforderliche Erweiterung der Produktion am Weißenhorner Standort oder in Polen vornehmen", sagte Geschäftsführer Christian Schwörer bei einer Infoveranstaltung, zu der Peri Anlieger - Privatleute und Geschäftsleute - eingeladen hatte. Wer am Weltmarkt bestehen will, brauche niedrige Produktionskosten. Dafür sei es auch nötig, dass ein Teil der Rudolf-Diesel-Straße, eine der Hauptachsen in dem Gebiet, für den öffentlichen Verkehr gesperrt wird und für den "ungehinderten Materialfluss" zur Verfügung steht.

Vor rund 40 Zuhörern bat Schwörer um Verständnis dafür, dass das Unternehmen in der Diskussion um die Schließung keine andere Lösung sieht, um den gleichen Effekt zu erzielen. Alternativen seien zu teuer, bringen keine Vorteile oder seien technisch nicht umsetzbar. "Das haben wir schon 2005 untersucht." Es habe sich diesbezüglich keine Änderung ergeben. Im Vorfeld der Erweiterung habe das Unternehmen mit vielen Beteiligten das Gespräch gesucht: Verwaltung, Fraktionen, Anlieger. Auf die Frage eines Geschäftsinhabers, ob sie eine Infoveranstaltung nicht schon damals hätten machen sollen, räumte Schwörer ein: "In der Kommunikation hätten wir aus heutiger Sicht einiges anders gemacht." Es wäre auch besser gewesen, die Einziehung der Straße juristisch besser zu verankern.

Die Motivation des Unternehmens konnten viele Diskussionsteilnehmer nachvollziehen, verwiesen aber auch auf eigene Interessen. Ein Geschäftsmann sagte, dass nun andere unter Umständen höhere Kosten hätten. Der Geschäftsführer der Scholz AG, Richard Groer, bekräftigte die Forderung nach einer Erweiterungsperspektive. "Nachdem uns die Gleisanlage gekündigt wurde, brauchen wir Ersatz", sagte Groer. Das Recyclingunternehmen sei "gleisabhängig aufgrund der Größe unserer Ladung." Mit Lkw sei das nicht zu bewältigen, deshalb habe man sich auch bei der Bahnstrecke so engagiert. Eine Anwältin hakte nach, ob die Straßenschließung und damit die Abwägung der Interessen schon rechtsgültig sei. Bürgermeister Wolfgang Fendt sagte, dies stehe noch aus. Gleichwohl seien alle Aspekte schon beim Beschluss 2006 bekannt gewesen und gegeneinander abgewogen worden. Der Stadtrat habe vor wenigen Wochen die Entscheidung bekräftigt und entlastende Maßnahmen in die Wege geleitet. Die Stadt müsse zu dem Versprechen stehen, das sie der Firma Peri gegeben hat. "Uns liegt aber auch die Scholz AG am Herzen", sagte Fendt. Die Hemmnisse, die Groer nennt, gelte es zu prüfen - um nach Lösungen zu suchen. Genaue Angaben über Veränderungen der Verkehrsbelastung seien im Gutachten nachzulesen, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Er werde veranlassen, dass es wieder ins Internet gestellt wird - "oder rufen sie uns einfach an."


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: MICHAEL JANJANIN | 12.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr