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Patenter-Rennen in Gerhausen: Bloß nicht bremsen

„Nicht bremsen und nicht runterfallen – dann klappt’s.“ Beim Gerhauser Patenter-Rennen ist Schneid gefragt. Am Sonntag stürzten sich 35 Teams den Hang im Bühl hinunter. Die wenigen Stürze verliefen glimpflich.

Autor: FRANZ GLOGGER |
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Julika Merkle, Katarina Merckle und Lea Mattheis stehen als „Flotte Engel“ oben am Start des Schlittenhangs im Gerhauser „Bühl“. 201 Meter liegen vor ihnen. Beherzt schwingen sich die Mädchen auf ihren Schlitten und nehmen Fahrt auf. Im Schuss geht es auf die einzige Kurve zu. Ein kurzer Schlenker, ein Aufschrei – und Mädchen und Schlitten verschwinden in einer Wolke aus Schnee und Eis. Schnell rappeln sich die Pilotinnen wieder auf, schnappen ihr Gefährt und rennen durchs Ziel: 33,96 Sekunden sind nicht berauschend. Aber der Lauf zählt. Hauptsache Teilnehmer und Schlitten haben die Lichtschranke passiert. So sind die Regeln beim Patenter-Rennen. „Hat es weh getan?“ „Iwo“, versichert Julika. Bammel vor dem zweiten Lauf habe sie nicht. „Da geben wir nochmal alles“, sagt Lea kampfeslustig. Tatsächlich waren die Mädels schlussendlich besser als manches Erwachsenen-Team, aber der Patzer war nicht mehr wettzumachen.

Das Patenter-Rennen, benannt den Schlitten mit elastischen Holzkufen und Lenkrad, die 1911 in Ulm patentiert wurden, fand am Sonntag zum 25. Mal statt. Wieder säumten einige hundert Zuschauer die Strecke. Dank der kaum vereisten Bahn gab es wenig Stürze. Oder wie Streckensprecher Michael Kringel unkte: „Ein wenig schade, denn das würde der Unterhaltung sicher gut tun.“ So musste der Sprecher eben selbst für die Lacher sorgen. „Atmen, Atmen! Der läuft ja schon rot an“, rief er zum Beispiel angesichts eines Fahrer, der sich in eine sichtlich zu enge Motorradjacke gezwängt hatte.

Traditionell stark vertreten waren Teilnehmer aus Hüttisheim. Als der evangelischen Jugend Gerhausen, die in den Anfangsjahren Veranstalter war, die Organisation über den Kopf zu wachsen drohte, rückte die Hüttisheimer Feuerwehr an und half mit. Für Klara Gerthofer und Margit Aberle gehört das Rennen seither zur Pflicht. Sie hatten vergangenes Jahr erstmals die Damenwertung gewonnen. Mit ihrem Motto „Nicht bremsen und nicht runterfallen – dann klappt‘s“, lagen sie auch diesmal vorn. Allerdings sei es bei drei Mannschaften auch nicht allzu schwer, aufs Sieger-Treppchen zu kommen. Über mehr Konkurrenz bei den Frauen würden sie sich daher freuen.

Keine Titelverteidigung gab es bei den Herren. Das Vielfach-Gewinner-Brüderpaar Thomas und Reiner Striebel musste sich mit dem ebenso ungewohnten wie undankbaren 4. Platz bescheiden. Sieger wurden Hans-Peter Hafner und Eberhard Kast vor Stefan Mattheis und Manuel Mattheis und Benjamin und Matthias Authenrieth. Das diesjährigen Rennen dürfte als das knappste in die Geschichte eingehen, lagen doch die ersten acht Mannschaften gerade eine Sekunde auseinander. Die Jugendwertung gewannen Jakob Kast und Simon Kast vor dem Team von Steffen Spann und Carolin Erdle.

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