Nachwuchs einen Tag lang Jäger
Balzheim. Wenn es um das Balzheimer Ferienprogramm geht, lassen sich die örtlichen Schützen gerne etwas Besonderes einfallen. Dieses Jahr lautete das Motto für die daheim gebliebenen "Einen Tag ein Jäger sein".
Die Jagd ist beendet. Das Lagerfeuer brennt, die Würstchen brutzeln, die jungen und etwas älteren Damen und Herren haben ihr "Tagwerk" verrichtet. "Einen Tag ein Jäger sein" hat es durchaus in sich - auch konditionell. Da ging es eben nicht nur um das Erkennen von Tierstimmen und Spurenlesen, da mussten unter anderem auch Fuchs, Hase und vieles mehr anhand von Präparaten der Kreisjägervereinigung leibhaftig erraten werden.
Das war eben nur ein Teil des (Ferien-)Programms des Balzheimer Schützenvereins. Die praktischen Herausforderungen für die acht- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen hatten es ebenso in sich: Auch wenn ein kurzerhand zum "Hoppelhasenrennen" deklariertes Sackrennen oder ein Leiterwagenrennen nicht unbedingt zum Aufgabenfeld des Waidmannes gehören. Schießen auf der vereinseigenen Anlage in der Stiftungshalle war ebenso angesagt.
Was sich hinter dem Jagdthema verbirgt, "darüber wissen die Kinder erst seit heute Morgen Bescheid", erläutert Pressewart Guido Hartmann. Klaus Wirth, selber ein Jäger, habe diesen Tag nicht nur zum größten Teil organisiert, vielmehr habe er dem mehr als zehnköpfigen Nachwuchs erst einmal erklärt, was das Jäger sein eigentlich alles so beinhalte. "Ich habe erst mal gedacht, er erschießt Tiere", sagt die elfjährige Chiara. Überrascht sei sie dann nach den Infos von Klaus Wirth gewesen, die so gar nicht dem Klischee entsprochen hätten.
Ein Hauch von Wettkampf liegt selbstverständlich ebenfalls über diesem Tag. "Wir haben zwei Gruppen auf lockerer Ebene gebildet", erklärt Hartmann. Er nennt es "so etwas wie eine Schnitzeljagd." Klar, dass beide Mannschaften - eines mit Rainer Funk, eines mit ihm an der Spitze - nie dieselbe Aufgabe zur gleichen Zeit in Angriff nahmen. "Ich bin überrascht, was kleine Kinder über die Natur wissen", lobt Pressesprecher Hartmann. Die Nachwuchs-Jäger seien in allen Bereichen "stark" gewesen. Gab es dann so etwas wie einen Gewinner? "Wegen drei Sekunden Vorsprung beim Hoppelhasenrennen hat Rainer Funks Mannschaft gewonnen."
Ziehen die vier erwachsenen und vier jugendlichen Betreuer ein positives Fazit, so sind auch die beiden Kinder Chiara und Robin rundum zufrieden. Gut sei der Tag gewesen, erklärt der Neunjährige und begründet dies: "Spuren und Tierstimmen erraten, haben mir besonders gefallen." Aber auch das Schießen erwähnt er. "Ich nehme Erfahrung mit", meint Chiara, die Mitglied bei den Schützen ist, wie sie erzählt. Und sie hat bereits ein Beispiel bereit: Dass "Hasen so schreien wie ein Kind, das war mir neu." Nicht nur ihr. . .
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Autor: MANUELA RAPP | 09.09.2010
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