Sicherheit der Bäume wird überprüft
Merklingen. 4500 Euro hat die Gemeinde Merklingen für ein Baumgutachten eingeplant, das Bürgermeister Sven Kneipp aus Sicherheitsgründen in Auftrag gibt.
Als ein Sturm im Oktober vergangenen Jahres einen dicken Ast aus der alten Linde in der Ortsmitte fegte, landete dieser in der Krone eines kleineren, daneben stehenden Baums an der Bushaltestelle. "Das sah überhaupt nicht gut aus und ich bin ziemlich erschrocken", sagt Bürgermeister Sven Kneipp und prüfte die Sicherungsmaßnahmen der Gemeinde. Er stellte fest: "Die erfüllen wir in keiner Weise, hier ist ein Defizit, das behoben werden muss." Doch billig und einfach geht das nicht, stellte Kneipp fest, nachdem er sich mit den neuesten Auflagen befasste. "Wenn hier etwas passiert, bin ich in der Haftung und deswegen werde ich die Bäume auf den geforderten Stand bringen." Jetzt soll durch ein Baumgutachten überprüfen werden, in welchem Zustand sich die Merklinger Bäume befinden, wie es mit der Kronenpflege aussieht und welchen Bäumen man an die Äste gehen muss. Außerdem werde dabei entschieden, wer diese Arbeiten ausführen muss. Keiner, so Kneipp, dürfe ohne Fachkenntnisse einen Baum zurückschneiden, denn "es geht um die Verkehrssicherungspflicht und nicht um einen Ertragsrückschnitt". Für das Gutachten sind zunächst 4500 Euro im Etat 2012 eingeplant, weswegen auch der Gemeinderat darüber diskutierte. Rund 60 Merklinger Bäume könnten laut Kneipp von einem Rückschnitt betroffen sein.
Zu trübe ist aber die Erinnerung an den Rückschnitt der alten Linde auf der Lindenstraße Richtung Widderstall, der zum Jahresende aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen wurde, woran Hans-Jürgen Betz erinnerte: "Wenn dann hier alle Bäume so aussehen wie diese Linde, können wir sie gleich umsägen, denn das ist kein Baum mehr." Kneipp verteidigte den Rückschnitt: "Wer hätte unterschrieben, dass nichts passiert? Ich hafte dafür, wenn jemand von einem Ast erschlagen wird oder ein Unfall passiert, wenn ein solcher auf ein Auto fällt, weil der Baum nicht ordentlich zurückgeschnitten worden ist. Hier gehe ich überhaupt keinen Kompromiss ein." Klaus Danzer fügte hinzu: "Die Verkehrssicherheit in allen Ehren, aber wir wollen keine Marterpfähle." Die im Haushaltsplan eingestellten Mittel sind für das Gutachten, die Kosten für die Schneidearbeiten kommen dann noch dazu.
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Autor: BRIGITTE SCHEIFFELE | 10.02.2012
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