Merkle: Wir waren alle sehr bewegt

Dietenheim.  Die Wochen rund um die Wiedervereinigung im Jahr 1990 haben auch bei den lokalen Politikern starken Eindruck hinterlassen. Der Gemeinderat und CDU-Ortsvereinsvorsitzender Klaus Merkle blickt zurück.

"Die Abläufe vor 20 Jahren, die zur Wiedervereinigung zwischen den beiden deutschen Staaten - der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik - geführt hat, haben uns alle sehr bewegt", erinnert sich der langjährige Dietenheimer Gemeinderat Klaus Merkle und fügt nachdenklich hinzu: "Nach den vielen Jahren des ,Kalten Kriegs hätte ich das nie geglaubt, vor allem, dass die Wiedervereinigung dann doch relativ rasch über die Bühne ging."

Merkle, der seit vielen Jahren auch Ortsvereinsvorsitzender der CDU Dietenheim ist, hat die Vorläufe, die schlussendlich zur Wiedervereinigung geführt haben, vor allem am Fernseher verfolgt. Stark eingraviert haben sich bei ihm die Besetzung der Botschaft in Ungarn, die Unruhen Ost, der deutsch-deutsche Staatsvertrag, der Einigungsvertrag und der Zwei-plus-Vier-Vertrag (siehe Extra-Kasten), bis es schließlich zum Tag der Deutschen Einheit kam. "Dieser 3. Oktober ist etwas ganz Besonderes für Deutschland", sagt der Regglisweiler, "man sollte diesen Tag immer in Ehren halten." Schließlich deute genau dieser Tag auf die Wiedervereinigung und das Ende der Nachkriegszeit hin.

Neben seinen Eindrücken aus den Medien sammelte Merkle aber auch persönliche Erfahrung mit Ost-Berlin und der DDR. Im Jahr 1990 war er mit dem Dietenheimer Gemeinderat in Ost-Berlin und ist auf der Rückfahrt mit dem Bus durch Ostdeutschland zurückgefahren. "Man hat noch an vielen Stellen die Mauer gesehen und in Ost-Deutschland Einschüsse an vielen Häusern", erinnert sich Klaus Merkle. Unvergessen seien auch der Smog und die zahlreichen grauen Häuser gewesen.

1992 besuchte Merkle Erfurt, 1998 Dresden und 2002 nochmals Berlin. "Bei diesem Besuch hatte ich festgestellt, dass es schon einen richtigen Aufschwung gab." So habe sich eine Menge bezüglich der Bauten getan mit modernen Einkaufszentren. "Es ist eine richtige Bundeshauptstadt geworden - dagegen ist Bonn drittklassig."

So sei die Wiedervereinigung und der Tag der Deutschen Einheit in seiner CDU bis heute ein wichtiger Tag. "Ich konnte damals und heute feststellen, dass jeder Funktionär und jedes Mitglied froh ist, dass es zur Wiedervereinigung gekommen ist." Überregional gebührten dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und dem damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) besondere Verdienste - natürlich in Kombination mit der russischen Führung.

Der Tag der Deutschen Einheit stelle für die CDU aber auch heute noch einen bedeutenden Tag dar. So rückt der Nachbar-Ortsverband Illerrieden die Wiedervereinigung mit einer Gedenkstunde am Sonntag, 3. Oktober, in den Blickpunkt, an dem sich die südlichen CDU-Ortsverbände - unter anderem auch Dietenheim - beteiligen. Treffpunkt ist am Mahnmal bei der Alten Schule in Illerrieden.


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Autor: JOHANNES BRAUN | 31.08.2010

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