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Leistungserhöhung ist weiter Ziel

Eine ständig modernisierte Brücke ins Zeitalter der erneuerbaren Energien - das ist für Helmut Bläsig sein Arbeitgeber: das AKW Gundremmingen. Er verfolgt weiter das Ziel, aus der Anlage mehr herauszuholen.

NIKO DIRNER | 0 Meinungen

Kein Wort über den 2010 entdeckten Brennelemente-Schaden. Und erst auf Nachfrage eine Äußerung zur geplanten Leistungserhöhung und der noch nicht gebauten Vernebelungsanlage gegen Terroranschläge mit Passagierjets. Bei der Pressekonferenz des Atomkraftwerkes Gundremmingen stellte technischer Geschäftsführer Helmut Bläsig nur Positives in den Vordergrund: Den aus seiner Sicht unverzichtbaren Beitrag der Atomenergie zum Klimaschutz, deren Funktion als regionaler Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber, die Reduzierung der Betriebsunfälle. . .

Ausführlich beschrieb Bläsig, wie sich der Ausbau der regenerativen Energien mit ihrer stark schwankenden Leistung auf die einst als Grundversorger konzipierten Atomkraftwerke auswirken: Ist, wie am 11. und 12. Dezember 2010, viel Windstrom verfügbar, müssen die Meiler runterfahren. "Denn der Wind bläst, wie er will, und er hat Vorfahrt im Netz." Bei einer Flaute hingegen, sei die Atomindustrie stärker gefragt. "Das zeigt, wie notwendig konventionelle Pfeiler für die Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren sind", ergänzte kaufmännischer Geschäftsführer Christoph Quick. Auf diesen Lastfolgebetrieb sei die Anlage ausgelegt: Eine Million Laständerungen seien eingeplant, etwa zehn Anfragen habe es vergangenes Jahr gegeben, berichtete Bläsig.

Nicht erst, seit die Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke durch ist, werden die beiden Blöcke mit Millionenaufwand modernisiert: 2010 sei die umfangreichste Erneuerung durchgezogen worden, sagte Bläsig. So wurde die Steuerung der Kühlmittelumwälzpumpen, die Überwachungstechnik auf den Leitständen und die Leittechnik einer Kondensatreinigungsstraße im Block B digitalisiert. 2011 sollen die restlichen sieben Reinigungsstraßen für das in den Turbinen kondensierte Wasser ebenfalls derart umgebaut werden. In diesem Jahr sind in Mai und September Revisionen geplant. Ob wegen der Laufzeitverlängerung bis 2030 die Sicherheitstechnik ergänzt werden muss, werde derzeit mit den Genehmigungsbehörden geklärt.

Ebenfalls beim Landesumweltministerium liegt der Antrag auf die umstrittene Leistungerhöhung von 2007, sagte Bläsig auf Nachfrage. Demnach soll die thermische Reaktorleistung um 4,2 Prozent erhöht werden, was einem Plus von 112 Megawatt Strom entspricht. Wie zu hören ist, hat das zwischenzeitlich damit befasste Bundesumweltministerium (BMU) den Antrag an den Freistaat zurückverwiesen. Offenbar sind Sicherheitsaspekte offen, auf der BMU-Homepage steht: "Potenziell steigt insbesondere bei einem Störfall durch die mit der Leistungserhöhung verbundenen Druck- und Temperaturerhöhungen das Risiko." Die Landesbehörde gibt trotz dutzendfacher Anfrage nur eine nichtssagende Mitteilung heraus: "Vor einer Leistungserhöhung sind viele Stellen zu beteiligen. Dabei werden alle einschlägigen Erkenntnisse berücksichtigt." Bläsig sagte, aus seiner Sicht gebe es "keine sicherheitstechnischen Bedenken".

Und die Vernebelungsanlage? "Wir sind in der Planung." Allerdings stehe Gundremmingen aufgrund seiner "sehr massiven Auslegung gegen Flugzeugabstürze" weit hinten in der Reihenfolge der zur Aufrüstung vorgesehenen AKW.

Auf die Frage nach der Ursache des Defekts an den vier aus Belgien und Russland stammenden Brennelementen antwortet Pressesprecher Tobias Schmidt: Die Elemente seien noch am Abklingen, könnten nicht untersucht werden. Aber es sei ja keine zusätzliche Radioaktivität entstanden. "Da wurde skandalisiert." Bläsig hatte ausgeführt, dass die "gesetzlich zulässigen Jahresgrenzwerte für Aktivitätsabgaben" klar unterschritten worden seien.

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Das Atomkraftwerk Gundremmingen

Das Atomkraftwerk Gundremmingen

Erbaut wurde das Atomkraftwerk Gundremmingen 1976. Seit 1984 ist es in Betrieb. Jedes Jahr kommt es zu mehreren Ausfällen. Dennoch bleibt Gundremmingen am Netz und liefert weiterhin jährlich rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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