Kontrastreicher Sommer

Dietenheim.  Zwar wird es noch einige warme Tage geben, doch für die Meteorologen ging mit dem August offiziell der Sommer zu Ende, einer den man nicht so schnell vergessen dürfte, vor allem nicht die Landwirte.

Vier Wochen lang sorgte heiße Luft aus Nordafrika für mediterrane Verhältnisse. Der Rest war biederer mitteleuropäischer Durchschnitt mit teils tropisch anmutenden Regengüssen. Aufgrund der für unsere Breiten außergewöhnlichen Hitzewelle fiel dieser Sommer mit einer Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad Celsius rund ein Grad zu warm aus.

Dabei wurden insgesamt 39 Sommertage, also Tage mit mindestens 25 Grad und 13 Hitzetage mit über 30 Grad verzeichnet, deutlich mehr als in einem normalen Sommer. Die meisten dieser Sommer- und Hitzetage notierten die Wetterbeobachter während der heißen Sommerphase zwischen dem 25. Juni und dem 22. Juli. Ansonsten überwog ausgesprochen wechselhaftes Wetter mit teils ergiebigen Regengüssen, ideale Bedingungen für Schnecken und Pilze. Vor allem die Hundstage, die Zeit zwischen dem 23. Juli und 23. August, während der normalerweise die höchsten Temperaturen des Jahres gemessen werden, waren ein einziger Reinfall.

An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurden zwischen dem 1. Juni und dem 31. August 415,3 Liter Regen je Quadratmeter gemessen. Nur 2007 fielen noch drei Liter mehr. Ansonsten war der Sommer 2010 vielerorts der regenreichste seit Messbeginn, besonders im Allgäu. So meldete Günter Bischoff von seiner knapp 1000 Meter hoch gelegenen Steinbergalm in der Adelegg 773,3 Liter pro Quadratmeter, soviel wie beispielsweise an der Donau im gesamten Jahr. Wesentlich weniger Regen registrierte man im Bereich der Schwäbischen Alb. Aber auch hier war dieser Sommer überall zu nass.

Zwar erreichte der Sommer 2010 mit 679 Sonnenscheinstunden in etwa sein statistisches Soll, doch ausgerechnet zur Haupturlaubs- und Ferienzeit hielt sich die Sonne vielfach bedeckt. So gab es im August an der Wetterzentrale in Bad Schussenried gerade einmal 158,3 Stunden Sonnenschein, 120 Stunden weniger als im 30jährigen Durchschnitt der Jahre 1970 bis 1999. Seit Beginn ihrer Wetteraufzeichnungen im Jahre 1968 verbuchte die Wetterwarte Süd nur im August 2006 noch weniger Sonnenschein.

Auch wenn den meisten von uns dieser Sommer in schlechter Erinnerung bleiben dürfte, können wir angesichts der verheerenden Waldbrände und extremen Trockenheit in Russland froh sein, dass die Hitzewelle Ende Juli nach Osteuropa abgezogen ist.

Info Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und weitere Wetterinformationen sowie die aktuellen Wetterberichte stehen unter der Internetadresse www.wetterwarte-sued.com


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02.09.2010

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