Kinder lernen die Kunst des Brezel-Backens

Illerrieden/Bellenberg.  Einen vergnüglichen Nachmittag haben die Kinder des Illerriedener Ferienspaßes bei der Bäckerei Kiechle verbracht. Dort wurden die Mädchen und Jungen in die Kunst des Brezel-Backens eingewiesen.

30 Kinder des Illerriedener Ferienspaßes fuhren mit den Fahrrädern nach Bellenberg, wo der CDU-Ortsvorsitzende Siegfried Hutter einen Erlebnisnachmittag bei der Bäckerei Kiechle arrangiert hatte. In der Backstube von Anton Kiechle wurden die Mädchen und Buben über die vielseitige Angebotspalette der Brot- und Semmelarten informiert. Bei einem Rundgang erfuhren sie, dass in dem Betrieb vier Bäckermeister und 80 Mitarbeiter in dem Filialunternehmen beschäftigt sind und dass es fünf Kiechle-Läden gibt. Sie erfuhren zudem, dass ein Bäckermeister schon eine halbe Stunde nach Mitternacht in der Backstube steht.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Brezelfertigung. Nachdem sie zunächst gezeigt bekamen, wie der Hefeteig zubereitet und anschließen maschinell eine Rohform bekommt, erklärte Kiechle, wie man die Brezeln formt. Zum Schlingen der Brezel wendet der Bäcker eine ganz bestimmte Technik an: Ein Teigstrang wird mit beiden Händen gerollt und dabei so nach außen gezogen, dass er sich an den Ecken verdünnt. Dann wird er an den Enden gehalten. Durch eine kurze, ruckartige Bewegung versetzt er die verdickte Mitte in einen 180-Grad-Drall. Gleichzeitig wird die Brezel auf einer Arbeitsfläche abgelegt. Die beiden Enden werden noch an den Seiten angedrückt.

Mag der einzelne Vorgang bei Bäckermeister Kiechle maximal eine Sekunde pro Brezel gedauert haben, betrachteten die Ferienspaßkinder den Arbeitsablauf eher als künstlerische Arbeit. Die notwendige Zeit hätte der Bäcker seinen Mitarbeitern sicher nicht gegönnt. Beim "Bäckernachwuchs" war er großzügig, achtete aber schon darauf, dass die Kinder noch am Nachmittag in den Genuss der fertig gebackenen Brezeln kamen. Spannend war es die einzelnen Brezeln zu belaugen, zu salzen und anschließend in den Ofen zu schieben.

Kaum waren die bräunlich glänzenden Exemplare fertig, wollten sich die Kinder schon darauf stürzen. "Langsam", mahnte Kiechle "sonst kriegt Ihr Bauchweh." Ganz bewusst wies er darauf hin, dass die Brezeln so gebacken werden müssen, dass sie eine Zeitlang ruhen und erst dann gegessen werden.

Nachdem es in der Backstube gut warm war, freuten sich die Kinder über ein erfrischendes Getränk. Dazu durften sie in die selbst produzierten Brezeln beißen. Das Thema Brezel begleitete sie an diesem Nachmittag weiter. So erfuhren sie, dass die Brezel das Zunftzeichen der Bäcker ist und dass sich um "das edle Gebäck" zahlreiche Sagen und Mythen ranken. Über die Zeit der Entstehung gehen die Meinungen weit auseinander. Während das älteste nachweisbare Bäckerwappen aus dem Jahr 1111 nach Christus datiert, berichtet die schwäbische "Brezel Saga" von einem Hofbäcker des Grafen Eberhard im Barte (1445 - 1496), der dem Herrscher eine Brezel formte und dadurch dem Tod durch Erhängen entkam. Gar schon im Jahr 610 soll ein südfranzösischer Mönch in seinem Kloster Brezeln gebacken haben.

Am Ende der Bäckervisite durften die Kinder noch eine ordentliche Menge Brezeln als Wegzehrung einpacken und waren, zusammen mit Bürgermeister Jens Kaiser, für die Rückreise bestens gerüstet.


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Autor: DIETER GRÄTER | 07.09.2010

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