Keine Konkurrenz

Oberdischingen.  Dass es für die Narretei in Oberdischingen keine Konkurrenz gibt, zeigte sich gestern: 3000 Hästräger zogen an tausenden Zuschauern vorbei.

Malefizhausen ist seit eh und je Garant für besondere Erlebnisse in der närrischen Zeit. So auch gestern: Zum 45. Mal fand der Fasnetsumzug statt. 88 Gruppen schlängelten sich am Nachmittag durch die bunt geschmückten Straßen. Wie Ehrenzunftmeister Stefan Kneißle informierte, etwas reduziert, damit das Spektakel auch noch Zeit für die nach dem Umzug so geschätzte Ortsfasnet lasse. Den Anfang des kunterbunten närrischen Wurms machten wieder die Treichler und Geiselschlöpfer aus der Schweiz, "Club der Ungeküssten" - ob das noch stimmt, das bezweifelte der Ansager sehr. Die kernigen Burschen mit ihren riesigen Kuhglocken waren schon am Samstag angereist und hatten bereits den Brauchtumsabend mit einem Auftritt bereichert.

Mit einem Blick gen Himmel meinte Kneißle: "Wir haben wieder alles für eine rechte Fasnetsstimmung, nur die Sonne, die sonst pünktlich zum Umzugsbeginn auftaucht, lässt heute auf sich warten." Trotz aller Fröhlichkeit und Gaudi, die herrschten, ließ sich die Sonne nicht blicken. Viele Fasnetsgruppen aus der Region waren vertreten, so war auch aus Ulm ein riesiger Narrenschwarm angereist.

Auf dem Sprecherwagen an der Herrengasse hatten Beatrix Hörmann und ihr Kompagnon viel zu tun, um die vorbeiziehenden Zünfte und Gruppen zu begrüßen und das eine oder andere Schwätzchen mit der Narrenschar zu halten. Stolz gab sich die Vize-Chefin der Oberdischinger Narrengesellschaft über den heimischen Narrensamen, der in stattlicher Zahl die Gastgeber repräsentierte. Auch die örtliche Mutter-Kind-Gruppe - verkleidet als große und kleine Kätzchen - bereicherte den Umzug. Rund 3000 Hästräger zogen mehrere Stunden Schabernack treibend und musizierend durch die Straßen.

Langeweile kam keine auf. Und auch nicht nach dem Umzug. Das närrische Volk vergnügte sich in Discozelten, Besenwirtschaften und Narrenschuppen. Auch so manches Haus wurde gestürmt. Die Narrengesellschaft war für das Ereignis seit Tagen im Einsatz. Auch das DRK, das THW und die Feuerwehr leisteten Hilfe. Heute steht den Schlossgeistern, Gaunern, Malefizweibern, Henkertrommlern und Schalmeien wieder das große Aufräumen bevor.


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Autor: RENATE EMMENLAUER | 08.02.2010

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