Kalthalle des Sportvereins Ringingen eingeweiht

Ein Dorf, ein Weg, ein Ziel: Gestern ist die Kalthalle des Sportvereins Ringingen als „Oxx-Arena“ eingeweiht worden.

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Inoffizieller Kick am Rande der Einweihung: junge Fußballer beim Praxistest.  Foto: 

Vor gut drei Jahren war es, als Vorstandsmitglied Reiner Bertsch bei den Mitverantwortlichen des Sportvereins Ringingen mit der Idee einer eigenen Kalthalle (siehe Info) aufwartete. Bertschs Idee wurde als „Hirngespinst“ abgetan, berichtete sein Kollege Raphael Müller gestern bei der Einweihung. Überzeugungskraft und Zielstrebigkeit hätten jedoch dafür gesorgt, dass das Projekt zu einer „Vision“ und schließlich Wirklichkeit wurde, lobte Müller  die Sturheit Bertschs.

Für ihn gelte „große Klappe und viel dahinter“, denn auch die Kommune musste für das mit 480.000 Euro angesetzte Vorhaben mit ins Boot geholt werden – nicht zuletzt waren Spender und Sponsoren nötig. Müller und Bertsch ließen durchblicken, dass auf diese Weise der dem Verein verbleibende Anteil von 370.000 Euro weitgehend abgedeckt ist. Die Stadt Erbach stellte das Grundstück zur Verfügung, darüber  hinaus einen Zuschuss von 33.000 Euro, der Württembergische Landessportbund (WLSB) ist mit 80.000 Euro dabei. Eine namhafte Spenderin ist die Ulmer „Gold-Ochsen“-Brauerei, die sich den Namen „Oxx-Arena“ zunächst für zehn Jahre sicherte.

Neben Bertsch als treibende Kraft bezogen die Redner den Sportverein und Ringingen insgesamt als „erste Gewinner“ ein, wie es Bürgermeister Achim Gaus formulierte. Hervorzuheben seien auch „die zahllosen Stunden“ der Helfer, darunter viele jüngere. Das Motto des SV „Ein Dorf, ein Weg, ein Ziel“, mit dem die Halle angegangen worden ist, sei voll aufgegangen, denn ein solches gemeinsam geschaffenes Projekt sei unschätzbar für den Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft. Als Einweihungsgeschenk beteiligte sich die Kommune bei der noch ausstehenden Gestaltung der Außenanlagen.

Im Namen des WLSB beglückwünschte der Vorsitzende des Sportkreises Alb-Donau/Ulm, Georg Steinle, die Ringinger zur ersten Kalthalle eines Vereins im Alb-Donau-Kreis. „Mit ihr beginnt für Ringingen eine neue Ära“, sagte Steinle. Der Bezirksvorsitzende des Württembergischen Fußballverbands, Jürgen Amendinger, nannte die Halle ein zukunftsweisendes Projekt, das über Ringingen und Erbach hinaus für den Fußball „kräftige und nachhaltige Impulse“ bringen wird.

Große Eigenleistungen

In 13 Monaten hat der SV die Halle bezugsfertig hingestellt. Das ist wörtlich zu nehmen, denn mehr als 90 Prozent der Arbeiten wurden in Eigenleistung und ehrenamtlich erbracht. Insgesamt misst das Gebäude 42 mal 28 Meter. Das entspricht in etwa einer Dreifachturnhalle. Im Innern befindet sich ein Kunstrasenfeld mit den Maßen 38 mal 22 Meter. An der Nord-Westseite ist eine Tennisstube mit Blick auf die dortigen Plätze der Tennisabteilung integriert. Weitere Räume gibt es für Duschen, Umkleiden, Toiletten und die Technik. An der südlichen Längsseite ist ein Besucher- und Bewirtungstrakt angebaut. Von ihm aus können Spiele verfolgt werden, er ist aber auch für vereinsinterne Feiern und Feste gedacht. Weitere Zuschauerplätze befinden sich direkt am Spielfeldrand.

Eröffnet wurde die Einweihungsfeier mit einem Gottesdienst, der vom katholischen Pfarrer Joachim Hass zelebriert wurde. Er rief dazu auf, im Leben wie im Sport dem Nächsten die Hand zu reichen und zu vergeben, ob dieser gefoult wurde oder man selbst. Im Anschluss an den Festakt war das Gebäude zur Besichtigung freigegeben.

Es gab durchwegs lobende Worte. Ein Teil der Halle war für den Bewegungsdrang der Jugend, aber auch von Erwachsenen abgetrennt. Munter wurde in Riesenbälle geschlüpft und durch die Halle gerollt, Mini-Segway gefahren und Fußball gespielt. Weiter gab es Vorführungen der Freizeitsportabteilung und ein Kinderprogramm.

Kalthalle Kalthalle bedeutet, dass das Hauptgebäude nicht beheizt wird. Der verlegte Kunstrasen ist vor allem für Fußball geeignet. Der SV verspricht sich davon optimale, ganzjährige Trainingsbedingungen. Weiter ist an Turniere von Aktiven und besonders der Jugend gedacht.

Nutzer Zur Verfügung steht die Halle vor allem dem SV. Freie Kapazitäten werden aber auch vermietet, wobei Erbacher Vereine Vorrang haben. Ein kommerzieller Nutzer ist der Ehinger Erlebnis-Anbieter „Mega-Ball“ .

Innovativ Besonderes Augenmerk wurde auf das Energiekonzept gelegt. Wände sind in hochdämmender Sandwich-Bauweise gefertigt, und auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert. Für die Beleuchtung wurden LED-Lampen verwendet.

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