KOMMENTAR: Rauswurf würde viel kaputtmachen
Wer der katholischen Kirche den Rücken kehrt, sollte nicht mit Gnade rechnen. Das zumindest zeigt der Fall einer Zehntklässlerin am Kolleg der Schulbrüder in Illertissen. Sie wird, wenn nicht ein Wunder geschieht, das katholische Gymnasium verlassen müssen. Weil sie es gewagt hat, aus der Kirche auszutreten und weil sie es wagt, nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen zu wollen. Einen Vertragsbruch nennt die Schulleitung das, was in Wahrheit Ausdruck eines freien Willens ist.
Ein Schulverweis mag aus Sicht der Schulleitung rechtens sein. Klug wäre eine solche Entscheidung nicht. Schon gar nicht in Zeiten wie diesen, in denen Missbrauchsfälle die katholische Kirche erschüttern. Die Motive der jungen Gymnasiastin aus Illertissen sind nicht bekannt. Fakt ist, sie befindet sich in Gesellschaft abertausender Menschen. Frauen und Männer, Junge und Alte, die sich in den vergangenen Wochen abgewendet haben. Von einer Kirche, die ein Problem mit ihrer Glaubwürdigkeit hat, die Barmherzigkeit und Moral predigt, aber nicht immer praktiziert.
In dem Fall der Illertisser Gymnasiastin wäre der katholischen Kirche mehr Souveränität zu wünschen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Heranwachsende selbst ihren Weg im Leben finden wollen. Wer sagt eigentlich, dass dieser Weg nicht doch irgendwann zurück in den Schoß der Kirche führt? Wer bitteschön sagt, dass die Entscheidung der Illertisser Schülerin für alle Zeiten gelten muss?
Sollte sich das Schulwerk der Diözese Augsburg nun aber tatsächlich für den Rauswurf entscheiden, wäre deshalb nichts gut, sondern viel kaputt gemacht. Er wäre ein weiteres fatales Signal an junge Katholiken, die derzeit mit und an ihrer Kirche leiden. Und an Menschen, die dabei sind, den Glauben an die Kirchen zu verlieren. CARSTEN MUTH
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30.04.2010
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Kommentare (1)
Rauswurf würde viel kaputt machen
Wo leben wir denn?In einer Zeit,an der es fast schon an der Tagesordung ist, das Mißbrauchsfälle von Schülern bekannt werden, ist es nur zu verständlich das viele Menschen dem kath. Glauben den Rücken kehren. Was heißt hier eigentlich Glauben? sich vertraglich an die Lehren Christi zu binden in einer Gemeinschaft wie der Kath. Kirche?? Glaube bedeutet für mich von einer Sache überzeugt zu sein, ohne Bindungsklauseln und Verträge.
Wie soll sich ein Mensch entwickeln, der schon in jungen Jahren an einen Vertrag gebunden ist, der ihm vorgibt wie man mit Moral und Sitte in unserer Gesellschaft umgeht und man von ihm erwartet unangenehme Dinge unter den Teppich zu kehren. Die Schülerin verunsichert durch soviel bekannt gewordene Mißbrauchsfälle, wendet sich aus Wut und Enttäuschung ab von dieser Glaubensgemeinschaft und sucht einen anderen Weg(Ethik-U.)
Oh Kath. Kirche, du mächtiger Konzern.(Hauptsitz Rom).Du predigst über Sitte und Moral. Schau doch mal in deine eigenen Reihen.(Mixa)