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Invasion der Maikäfer - Schäden in Wiesen und Gärten

Braune Wiesen, sterbende Obstbäume: Maikäfer haben in den vergangenen Jahren im oberen Wiesental des Blaubeurer Teilorts Weiler einigen Schaden angerichtet. Auch jetzt befürchten Anwohner eine Käferplage.

Autor: THOMAS SPANHEL |
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Tausende von Maikäfern sind im oberen Wiesental in Blaubeuren-Weiler zur Plage geworden. An sechs Abenden war jüngst zu beobachten, wie sie bei warmer Witterung "in nie da gewesener Konzentration unterwegs zu ihrem Reifungsfraß an den Waldrand geflogen sind", berichtet Hermann Stolz, Ortschaftsrat in Weiler und betroffener Anwohner. Die teils recht unbeholfenen Tiere klatschten an Straßenlaternen und Autoscheiben, tote Käfer lagen auf der Straße.

"Es wird einem angst und bange, wenn man sich vorstellt, dass diese Massen demnächst wieder zur Eiablage zurückkommen", sagt Stolz. In den nächsten Monaten und kommenden Jahren werde sich der bereits angerichtete Schaden vervielfachen, meint Hermann Stolz.

Nach Beobachtung von Anwohnern gibt es seit etwa fünf Jahren extreme Schäden an Bäumen und Grasnarben im oberen Wiesental. Einige Wiesen waren Anfang Juni 2011 deshalb braun, das Gras kaputt. Jahr für Jahr wurden mehr Tiere festgestellt - im vergangenen Jahr fand man bis zu 15 Engerlinge in einem Quadratmeter Boden.

Auch Gemüsegärten im angrenzenden Wohngebiet sind betroffen: "Der befallene Rasen lässt sich aufrollen wie ein Teppich, weil die aus den Eiern geschlüpften Engerlinge die Graswurzeln fressen", sagt Stolz. Bei Obstbäumen werden die feinen Haarwurzeln von den Engerlingen abgefressen. Dadurch werden die Bäume geschwächt, das Laub wird gelb, fällt ab und die Früchte bleiben klein. "Dadurch wurde der Bestand von mehreren hundert Obstbäumen im Tal um eine beängstigende Zahl reduziert", berichtet Stolz.

Ortsvorsteher Wolfgang Stumpp handelte, lud zu einem Informationsabend. Viele Gegenmaßnahmen wurden von den Anwohnern diskutiert. Unter anderem ging es um die Frage, ob das ständig kurz gehaltene Gras auf manchen Grünflächen zu der Vermehrung der Käfer beiträgt. Durch späten Schnitt werde die Eiablage der Käfer reduziert, sagen Sachverständige.

Auch der Einsatz des "Beauveria-Pilzes" wurde schon überlegt, die Sondergenehmigung für seinen Einsatz durch das zuständige Bundesministerium lag vor. Der Pilz wird mit Hilfe eines infizierten Getreidekorns in den Boden eingebracht, die Engerlinge fressen das Korn, trocknen aus und sterben. In Italien und in der Schweiz wird dieses Mittel eingesetzt, in Deutschland ist der Pilzeinsatz nur in Extremfällen erlaubt. Der Naturschutzbund (Nabu) erhob Einspruch, weil er fürchtete, seltene Dohlen im Aachtal könnten durch den Pilz, den sie über die infizierten Käfer aufnehmen, geschädigt werden.

Der beratende Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis schlägt nun den Anwohnern vor, auf den betroffenen Wiesen und Gärten Netze anzubringen. Die aufgespannten Netze hindern die zufliegenden Weibchen an der Eiablage. Allerdings ist die Anschaffung dieser Netze teuer. Hoffnung, dass die Zahl der Käfer schnell zurückgeht, gibt es ohnehin nicht, weil sich die Engerlinge über drei bis vier Jahre hinweg im Boden entwickeln. Maßnahmen werden erst langsam Wirkung zeigen.

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