Glückseliges Narrenspektakel

Ehingen.  Beim Ehinger Narrensprung waren zum Abschluss der Fasnet 13 000 Zuschauer und 59 Gruppen auf der Straße. Es gab den König von Berg zu sehen, traurige Wolfsgurgel-Füchse und Geflügel auf Rezept.

Mit Antibiotika aufgepäppeltes Geflügel gibts in Ehingen jetzt auf Rezept in der Apotheke. Die Gruppe Käthera-Kuche hatte aus ihrem Umzugswagen beim Narrensprung gestern einen "Hennastall" gemacht, und dahinter kamen auch noch große Ü-Eier angewatschelt, mit der Aufschrift "Hexen Überraschung". Die Ehinger Büttel blieben lokal und brachten den "König von Berg", genauer gesagt, den Bierkönig des Bierheilbades Ehingen, auf ihrem Wagen im Thron mit. Er stellte den Chef der Berg-Brauerei Uli Zimmermann dar.

Peter Groß von den Dämonen moderierte das heitere Treiben zum Höhepunkt der Fasnet, zu dem die Sonne fast durchgehend lachte. Unermüdlich rief er "Küüügele" ins Mikrofon - und bis zu 13 000 Zuschauer antworteten lauthals "Hoi". Auch die Rufe der Gastzünfte und elf Musikgruppen wurden natürlich angestimmt. Groß rief "Iiiiiiii", die Zuschauer "aaaaaa", als die Egginger Esel vorbeikamen. Insgesamt 2500 Hästräger waren nach Schätzung des Ehinger Zunftmeisters Lothar Huber mit dabei.

Zu sehen waren unter anderem Mucken-Schlümpfe, und Fanfaren-Piraten aus Allmendingen und Kügele-Füchse, die betrauerten, dass es sich mit dem Preisfux in Ehingen, der abgerissen wurde, ausgefuchst hat. Auch der Umzug des Verkehrsübungsplatzes zugunsten der Liebherr-Erweiterung wurde aufs Korn genommen: In einem "ausgefuchsten Stadtbauprojekt" wurde auf einem Wagen mit Bobbycars und Dreirädern demonstriert, wie der Verkehrsübungsplatz in die Ehinger Innenstadt verlegt werden könnte.

Die Dämonen zeigten mit Themenwagen und ausgefeilten Hutkreationen außerdem "Windenergie von allen für alle" und warben für ihren "Dämonstrom". Die Gruppe Groggentäler titelte "viel Wind um nix" zum selben Thema.

Junge Mädchen am Straßenrand wurden mit Konfetti eingeseift oder in Hexenwagen eingesperrt und mitgenommen, und es waren viele große und kleine Hexenpyramiden sowie zwei Hexenlifte zu sehen. Die Katzenzunft aus Meßkirch hatte zur Unterstützung eine Musikgruppe aus Rohrdorf dabei. Mehrere Trauben von Kindern wagten sich weiter in die Mitte der Hauptstraße und hatten ihren Spaß mit den Hexen, Katzen, Krettenweibern und Geistern. Auf der Tribüne war auch Gerda Lison als Zuschauerin dabei, die seit Jahrzehnten zur Ehinger Fasnetsprominenz zählt, nebst Bürgermeistern, der Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis (SPD) und dem Landtagsabgeordneten Karl Traub (CDU). Die Gäste bekamen von den Hästrägern immer wieder Kromet angeheftet - kleine Mitbringsel von originellen Gruppen, die an den Umzug erinnern sollen.

Moderator Peter Groß bedankte sich gesondert bei den Kirchener Hexen und Grashüpfern, die trotz eines Trauerfalls während des örtlichen Umzugs am Montag mitgesprungen sind. Groß selbst wurde voll ins Geschehen einbezogen und durfte mit vielen Hexen kuscheln. Zwischendurch ließ er sich zur Stimmband-Pflege von Kulturamtsleiter Matthias Bachofer das Wasser reichen. Von einem Hästräger aus der Plätzlerzunft Weingarten bekam Groß einen Klaps mit der Saubloder auf die Halbglatze.

Nach dem Umzug ging es in der Lindenhalle weiter, und abends wurde traditionell das Ende der Fasnet beweint, in Ehingen "Ausheina" genannt.

Mehr Bilder auf www.swp.de/fasnet


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Autor: KARIN MITSCHANG | 22.02.2012

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