Gentechnik: Vortrag über Verflechtungen
Region. Der Öko-Aktivist Jörg Bergstedt berichtet in dieser Woche in der Region über die "Verflechtungen" von Behörden und Gentechnik-Konzernen.
"Organisierte Unverantwortlichkeit" heißt das Buch, das Jörg Bergstedt über die "Seilschaften" zwischen Behörden, Forschung und Firmen in der Agro-Gentechnik geschrieben hat. Bergstedt aus dem hessischen Reiskirchen/Saasen ist bundesweit bekannt geworden als Öko-Aktivist, Buchautor und Anarchist. Diese Woche zeigt er in der Region seine Ton-Bild-Schau. Einen "schockierenden Blick" hinter die Kulissen versprechen das Bündnis für eine gentechnikfreie Region Ulm, die Naturfreunde Ulm, Slow Food Ulm, die BI Wippingen gegen Gentechnik, der BUND, die vh Ulm, Attac und der Bezirksimkerverein, auf dessen Einladung der Autor kommt. Nach Einschätzung Bergstedts gibt es unzählige Verflechtungen von Behörden und Gentechnik-Konzernen. Unter anderem berichtet er von Suzy Renckens, einer führenden Mitarbeiterin der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die zu Syngenta gewechselt sei. Bei der EFSA leitete Renckens jahrelang diejenige Abteilung, die für die Entwicklung von Prüfrichtlinien und die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen zuständig ist. Der Wechsel zu dem Schweizer Konzern, einer der weltweit größten Entwickler von gentechnisch verändertem Saatgut, sei schlicht ein Skandal, meinen Bergstedt und andere Gentechnik-Gegner. Auf einen Brief der Initiative "Lobby Control", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über Lobbying aufzuklären, teilte der Verwaltungsdirektor der EFSA vor wenigen Tagen mit, dass es seitens seiner Behörde keine Bedenken gegen den Wechsel Renckens gebe. Leider sei dies kein Einzelfall, an dem die Verflechtungen offensichtlich werde, sondern vielmehr die Regel, schreibt Bergstedt.
Hier die Termine, an denen Bergstedt seinen Vortrag hält:
Donnerstag, 4. Februar, 20 Uhr, Biohof Udo Haas in Illertissen-Betlinshausen; Freitag, 5. Februar, 20 Uhr, im Naturfreundehaus Spatzennest in Weidach; Samstag, 6. Februar, 10 bis 12 Uhr, im Bildungszentrum Kloster Roggenburg (im Rahmen der Veranstaltung "Überleben der Landwirtschaft ohne Gentechnik"); ebenfalls Samstag, 16 Uhr, Slow-Food-Stammtisch im Hotel Bäumle in Ulm; Sonntag, 7. Februar, 10 Uhr, Gentechnikfreier Brunch im Café Konzertsaal in Neu-Ulm; ebenfalls Sonntag, 19.30 Uhr, Club Orange der vh Ulm. mäh
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02.02.2010
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