Forschung im Reich der Lau
Blaubeuren. Die Schüttung des Blautopfs war gering, das Wasser klar. Dennoch unternahmen Mitglieder der "Arge Blautopf" am Pfingstsamstag nur ganz kurze Tauchgänge. Am Ufer warteten viele Interessierte.
"Da kann einem Angst werden, wenn man sieht, was die machen", sagte Bernhard Lechner am Samstag am Blautopf. Dort berichteten Mitglieder der "Arge Blautopf" von ihren Forschungen im Blauhöhlensystem und zeigten am Computerbildschirm Fotos aus der Unterwelt. Bernhard Lechner war nicht nur von den Unterwasserbildern beeindruckt, sondern auch von Aufnahmen, die weiter hinten, im "Blaucanyon", entstanden sind: Forscher stehen dort neben einem tosenden Wasserfall. Lechner und sein Kollege Karl Gehring, beide Mitglieder des Vereins "Ulmer Film- und Fotoautoren", planen einen Film über das Blauhöhlensystem. Am Blautopfufer konnten sie selber drehen, in der Höhle nicht. Denn diese ist nicht für Besucher ausgebaut.
In ihrer neuen Höhlenserie hat die SÜDWEST PRESSE das auf eine Länge von 8,3 Kilometer vermessene Blauhöhlensystem vorgestellt und gestern mit dem Höhlenverein Blaubeuren eine Wanderung über den Gängen und Hallen angeboten (siehe Bericht links) und am Samstag mit der "Arge Blautopf" einen Informationstag am Blautopf veranstaltet.
Dort hingen Besucher an Werner Giesweins Lippen, als er von den Forschungen in der Blauhöhle erzählte. Etwa davon, dass die Taucher früher wegen der anstrengenden und langen Touren in der trockenen Halle "Apokalypse" übernachteten. Jetzt liefen die Forschungen entspannter, denn die Stadt Blaubeuren ließ im April 2010 einen Forschungsschacht bohren. "Wenn ich jetzt keine Lust mehr habe, gehe ich einfach wieder raus und trinke einen Kaffee." Getaucht werde aber auch in Zukunft, denn die Abschnitte unter Wasser seien längst noch nicht ganz erforscht, sagten Jochen Malmann, Projektleiter der "Arge Blautopf", und sein Stellvertreter Andreas Kücha.
Thema bei dem gut besuchten "Tag des Höhlentauchens" war auch der mögliche Ausbau des Höhlensystems zur Schauhöhle. Man müsse bedenken, dass das die Natur beeinträchtigen würde, meinte Familie Hauser aus Breitingen, die andererseits großes Interesse hätte, das sagenhafte Reich der schönen Lau mit eigenen Augen zu sehen.
Neben der "Arge Blautopf" informierte am Samstag die Höhlenrettung Baden-Württemberg über ihre Arbeit. Sie hat in ihren Reihen auch Spezialisten fürs Höhlentauchen, manche gehören zur "Arge Blautopf".
Weitere Artikel:
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: JOACHIM STRIEBEL | 14.06.2011
| Artikel twittern |
|
|
Fertig zum Abtauchen: Vor den Augen vieler Zuschauer starteten am Samstag Höhlentaucher der "Arge Blautopf" zu Tauchgängen, während ihre Kollegen am Ufer des Quellsees den Besuchern Rede und Antwort standen. Foto: Oliver Schulz
MEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK


