Feuerwehrhaus liegt im Zeitplan

Dietenheim.  Das neue Feuerwehrhaus nimmt deutlich Gestalt an. Während der Wintermonate hat sich im Gebäude-Inneren viel getan. Die größte städtische Baustelle liegt im Zeitplan und im Kostenrahmen.

Ein Baustellenrundgang im Feuerwehrhaus in der Industriestraße bedarf der Zeit. Zum einen, weil es einfach dauert, bis ein 65 Meter langes, 27 Meter breites und zwei Etagen umfassendes Gebäude mit einer Geschossfläche von 1675 Quadratmetern und einem umbauten Raum von 7634 Kubikmetern durchschritten ist. Zum anderen, weil es zwischen den nackten Mauern des künftigen Domizils der Dietenheimer Floriansjünger schon viel zu sehen gibt.

"Über den Winter ist hier drinnen einiges passiert", bestätigt der Leiter des Dietenheimer Bauamts. Christoph Koßbiehl nimmt meist mehrmals am Tag die derzeit größte städtische Baustelle in Augenschein. Meist trifft er dort auf den Bauleiter Jens Ladl, der ebenfalls regelmäßig nach dem Rechten sieht, und auf den künftigen "Hausherren" des markanten Baus, Stadtbrandmeister Stefan Pistel. Er ist in Sachen Feuerwehrhaus eigentlich rund um die Uhr zu erreichen. Keine Wand, kein Fenster, keine Steckdose und kaum ein Kabel, von dem das Trio nichts wüsste. Genauso verhält es sich mit den Pannen, die sich irgendwann auf jeder Baustelle einstellen. Wobei: "Es waren bisher eigentlich nur Kleinigkeiten, die falsch gelaufen sind. Große Probleme hatten wir nicht", beurteilt Koßbiehl den bisherigen Bauablauf positiv.

Und der begann im April vergangenen Jahres mit dem Spatenstich für das 2,8-Millionen-Projekt. Im späten Herbst und kurz vor Wintereinbruch war, wie zeitlich vorgesehen, der Rohbau hochgezogen. Der Innenausbau konnte folgen und mittlerweile sind die Installationsarbeiten für Elektrik, Sanitär und Heizung abgeschlossen. Derzeit geben sich im Feuerwehrhaus die Trockenbauer und Fliesenleger die Klinke in die Hand.

Imposant, weil riesig und hoch, wirkt die Fahrzeughalle mit ihren sieben Rolltoren, die jedem Fahrzeug seinen Platz auf dem roten Rüttelklinker-Boden zuweisen. "Wenn unser Fuhrpark erst mal hier drin steht, wirkt es garantiert nicht mehr riesig. Dann ist jeder Meter ausgefüllt", meint Pistel. Hinzu kommen auf dieser Front ein befahrbares Lager und die gekachelte Waschhalle.

14,50 Meter lang und 2,80 Meter breit: Mit diesen Maßen outet sich ein überdimensionaler "Handtuch"-Raum im rückwärtigen Bereich als künftige Schlauchwäsche, eine Dietenheimer Besonderheit. Denn hier werden künftig viele Feuerwehren aus der gesamten Region ihre Schläuche professionell reinigen, prüfen und trocknen lassen. Zum Trocknen werden sie vollautomatisch hinaufgezogen in den 16 Meter hohen und weithin sichtbaren Schlauchturm, der daneben eine weitere wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Schon jetzt künden Leitern an der Westseite von anspruchsvollen Übungseinsätzen, die dort einmal abgehalten werden.

Geräumig und mit zwei Fenstern auch hell die künftige Atemschutzwerkstatt, die im alten Gerätehaus in einer winzigen Kammer ihr Dasein fristet. "Bei diesem Licht lässt es sich viel besser arbeiten", ist Pistel überzeugt. Apropos: Die 55 Fenster aus Kunststoff und Holz-Aluminium, die im Feuerwehrhaus für Licht sorgen, brauchen nicht vergittert zu werden. Sie sind mit einbruchhemmenden Beschlägen und aus durchschlagsicherem Glas gemacht. Einbruchsicher natürlich auch die acht Außentüren.

Froh werden die Dietenheimer Floriansjünger auch an ihren neuen Umkleideräumen samt Duschmöglichkeiten sein. Endlich ein Spint für jeden einzelnen und so viel Platz, um sich vor und nach einem Einsatz ohne Geschiebe und Gedränge umziehen zu können. Darüber hinaus ist im Erdgeschoss auch ein Raum für die Jugendfeuerwehr vorgesehen. Nicht zu vergessen das Herz der Wehr, die künftige "Funk-Leitstelle". Noch ist es ein verglaster, leerer Raum, doch die ausgeklügelte computer-gesteuerte Technik wird bald schon Einzug halten.

Im ersten Obergeschoss gibt es neben Garderobe und sanitären Anlagen einen Verwaltungs- und Bürotrakt sowie einen Bereitschafts- und einen Schulungsraum, der rund 100 Personen Platz bietet. Seit Baubeginn sind die Feuerwehrleute mit Arbeitseinsätzen gefordert: Haben die Handwerker am Wochenende das Gebäude verlassen, rücken Reinigungstrupps an. Unvorhergesehene Arbeiten werden in Absprache mit dem Bauleiter ebenso erledigt, wie das Einziehen von Elektroleitungen oder etwa der Einbau der Brandmeldeanlage mit rund 60 Rauchmeldern. In den nächsten Tagen verputzen die Feuerwehrleute mehrere Räume in Eigenregie. "Mit Eigenleistungen wollen wir die Bemühungen der Stadt unterstützen, die Kosten im vorgegebenen Rahmen zu halten", sagt Pistel

Danach stehen Boden- und Malerarbeiten an und auch der Außenputz. "Wir hoffen, dass es jetzt wirklich wahr wird mit dem Frühling", sagt Koßbiehl. Bei Minustemperaturen sind Putzarbeiten nicht möglich. Parallel dazu sollen auch die Außenanlagen samt Parkplätzen hergerichtet werden, laut Koßbiehl ein nicht zu unterschätzender "aufwendiger Brocken".

Für Ende Mai, Anfang Juni hat die Feuerwehr ihren großen Umzug im Visier - nach der kompletten Endreinigung, die die Floriansjünger ebenfalls in Eigenregie übernehmen. Einweihung der neuen Feuerwache, auf die die Feuerwehr dann zehn Jahre lang gewartet hat, ist am Wochenende 23. bis 25. Juli.

Das Bauwerk liegt bis dato im Bauzeitenplan und im Kostenrahmen. Der Rohbau werde wohl günstiger abgerechnet werden, dafür werde man bei der technischen Ausstattung den Ansatz nicht halten können, erläutert Koßbiehl. "Jeder Nachtrag wird überprüft, jeder Euro zweimal umgedreht", versichert er. Die geplanten Kosten von 2,8 Millionen Euro sind gedeckelt. Das städtische Großprojekt, für das es rund 960 000 Euro Fördermittel gab, wird finanziell noch dieses Jahr abgewickelt.

Unter feuerwehrtechnischen Gesichtspunkten ist das Haus besonders funktional geplant. Das hat sich auch schon bei anderen Feuerwehren und Gemeinden in der Region herumgesprochen. Die neue Dietenheimer Feuerwache ist jedenfalls schon mehrfach von Interessenten besichtigt worden.


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Autor: BEATE REUTER-MANZ | 19.03.2010

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