Feuerwehrauto nach Argentinien
Seißen. In Seißen wurde es ausgemustert, in Argentinien wird es dringend gebraucht. Fritz Held sorgt für den Transport eines Feuerwehrautos über den Atlantik. Es trägt schon das Emblem der Wehr in Las Brenas.
Fritz Held pflegt auch mit 85 Jahren noch viele Kontakte, sowohl in Deutschland als auch in Argentinien, wo er einst als Pfarrer tätig war und wo der von ihm gegründete Verein "Barrio Ulm" segensreich wirkt. Held hat die Fäden zwischen der 30 000-Einwohner-Stadt Las Brenas in Argentinien und der Stadt Blaubeuren gespannt. Mit der Folge, dass Blaubeuren das nach 22 Jahren ausgemusterte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Abteilung Seißen an die Feuerwehr Las Brenas abgibt.
Held kennt den dortigen Kommandanten seit 25 Jahren. "Eine ehrliche Haut", sagt Held, der dem ehemaligen Pfadfinder das Versprechen abgerungen hat, auch den kleineren Feuerwehren im Umfeld auf die Füße zu helfen. Sobald das TSF aus Deutschland eingetroffen ist, gibt Las Brenas sein altes Fahrzeug, Baujahr 1965, an eine Nachbarwehr weiter. Dass das ehemalige Seißener TSF keinen Wassertank hat, störe die Argentinier nicht. "Die behelfen sich irgendwie", bauen einen Tank ein oder führen Wasser im Anhänger mit", sagt Held.
Das TSF wird vom Bühlenhausener Helmut Fried nach Hamburg gefahren, von dort geht es per Schiff nach Buenos Aires, von wo es ins 900 Kilometer entfernte Brenas gesteuert wird. Die Frachtkosten in Höhe von 1800 Euro werden über Spenden finanziert. Feuerwehrgeräte dürfen in Argentinien zollfrei eingeführt werden, andere Artikel nicht. Held verriet bei der Versammlung der Feuerwehr in Seißen, dass er im Feuerwehrauto ein kleines Hörgerät verstecken wird, das er einem schwerhörigen Senior versprochen hat. Das Auto trägt bereits das Emblem der Feuerwehr Las Brenas - ein kleiner Freundschaftsdienst der Blaubeurer. In Seißen wurde gleichzeitig mit der Übergabe des Fahrzeugs an Held ein gebraucht gekauftes Löschfahrzeug LF16 in Betrieb genommen. Das ist zwar mit seinen 27 Jahren noch älter ist als das ausgemusterte TSF, verfügt aber über einen 1630-Liter-Tank.
Die Unterstützung für die Feuerwehr in Argentinien wird fortgesetzt: Kreisbrandmeister Harald Bloching und Hans Klarer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, rufen die Kommandanten im Alb-Donau-Kreis auf, überzähliges Material zur Verfügung zu stellen.
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Autor: JOACHIM STRIEBEL | 15.05.2010
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Bürgermeister Jörg Seibold, Pfarrer Fritz Held und Stadtbrandmeister Ralf Ziegler (von links) sind sich einig: Las Brenas kriegt den Wagen. Foto: Joachim Striebel
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