Erstaunt über Solidarität
Laichingen. Die 28 französischen Austauschschüler aus St. Hillaire und Isigny sind mit vielen Eindrücken aus Laichingen zurückgereist. Erstaunt hat sie die deutsche Lebensweise und die Solidarität unter den Schülern.
Nach einer Woche mit zahlreichen gemeinsamen Ausflügen nach Ulm und Stuttgart sowie vielen Unternehmungen mit ihren Gastfamilien waren die Austauschschüler des Laichinger Gymnasiums aus St. Hillaire und Isigny zwar etwas müde, dabei glücklich über die Erfahrungen, welche sie in diesen Tagen machen konnten.
Schon bei der Ankunft und dem ersten Besuch im Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Alten Rathaus, wo sie empfangen wurden, waren sie erstaunt über die großen Gebäude. "So große Häuser hat es bei uns kaum", meinten sie an ihrem letzten Tag in Laichingen. Wie aus einem Munde bestätigten alle 28, dass die Bewohner ihres Gastlandes offenbar deutlich mehr Geld zur Verfügung zu haben. "Die Deutschen fahren wesentlich dickere Autos als die Leute bei uns", erklärten sie ihren Eindruck. Ebenso sei ihnen aufgefallen, dass viele Elektrogeräte den deutschen Gastfamilien den Haushalt erleichtern. Eierkocher oder Kaffee per Knopfdruck aus dem Automaten kannten die meisten nicht, wie sie erzählten. Auch bei ihren Unternehmungen konnten sie viele Annehmlichkeiten beobachten. So waren sie von dem großen Neu-Ulmer Freizeitbad begeistert, das so vielerlei Badespaß bietet.
Dass sie bei ihrem Austauschbesuch viel früher aufstehen mussten, als zu Hause, erfuhren die jungen Leute am eigenen Leib, ebenso deutlich fiel ihnen das ganz andere Essverhalten der Deutschen auf. "In Deutschland scheinen sie den ganzen Tag lang zu essen", meinten einige lachend und erklärten, dass die Franzosen drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen. Hier fiel ihnen auf, dass ihre deutschen Freunde "in jeder Pause und einfach immer, wenn sie hungrig sind, essen". Dass dabei schon am frühen Morgen Wurst auf dem Teller liegt, verwunderte sie ebenso, wie die vielen kohlensäurehaltigen Getränke, die in ihren Gastfamilien getrunken wurden. "Wir trinken vorwiegend stilles Wasser."
Die "Baguette-verwöhnten" Franzosen konnten sich übrigens durchaus mit dem deutschen Schwarzbrot anfreunden, und die knusprigen Brötchen sowie die Brezel werden ihnen wohl einige Zeit lang fehlen. Besonders beeindruckt waren die französischen Schüler von der großen Gastfreundlichkeit in ihrem Nachbarland und wie solidarisch selbst die Schüler untereinander sind. "Hier leihen sie sich viel mehr gegenseitig aus, als wir das tun", erzählten sie, "ob es Dinge für die Schule sind, oder Privates."
Viel Spaß hatten sie alle bei ihren Besuchen im Mercedes-Benz-Museum, der Wilhelma und vor allem Ulm hat es ihnen angetan. Doch auch die privaten Unternehmungen mit ihren deutschen Austauschschülern haben sie genossen. Stolz erzählten die Franzosen von ihren kulturellen Aktivitäten im Handball, Volleyball, Kampfsport, Leichtathletik oder Tischtennis; wie sie beim Flöten- oder Klavierunterricht ihrer gastgebenden Freunde teilgenommen haben oder wie sie zum Konfirmationsunterricht begleitetet wurden. Bei all ihren gemeinsamen Freizeitbeschäftigungen hätten sie dreisprachig kommuniziert: deutsch, französisch und englisch. "Das hat immer funktioniert", erzählten sie vergnügt.
Was die 28 Schüler aus St. Hillaire und Isigny erfahren haben, steht den 16 Duceyern bevor, die am Mittwoch angereist sind. Die erste Gruppe aus St. Hillaire und Isigny ist zwischenzeitlich wieder zu Hause. Mitgenommen haben sie neben vielen neuen Eindrücken auch so manches Freundschaftsband, das in diesen Tagen enger geknüpft werden konnte. Den Kontakt wollen vielen aufrecht erhalten. Und wer weiß, vielleicht kommen sie ja mal wieder nach Laichingen, denn nahezu alle würden das gerne wieder tun, wie sie eifrig versicherten.
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Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE | 20.03.2010
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