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Erlebniswandertag lockt 1700 Menschen nach Blaubeuren

Gut 1700 Wanderer machten sich beim 31. Erlebniswandertag des Lions-Club Blaubeuren-Laichingen auf einen rund zwölf Kilometer langen Rundweg. Dieser war mit einem roten Mammut gekennzeichnet.

EVA MENNER | 0 Meinungen

"Folgen Sie dem roten Mammut", so lautete gestern in Blaubeuren die Devise für rund 1700 Wanderer beim 31. Erlebniswandertag. Thema der Veranstaltung war heuer der Wald. Darüber informierten Mitarbeiter des Fachdienstes Forst und Naturschutz an einigen Stationen entlang des Wanderwegs. Die Forstleute hatten viel zu tun: Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein lockten viele Wanderer aus der ganzen Region nach Blaubeuren.

Schon um elf Uhr hatten die Männer von der Wanderpassausgabe, Gerhard Scheible und Hartmut Koch-Czech, fast die Hälfte ihrer 800 Wanderpässe an den Mann oder die Frau gebracht. "Erfahrungsgemäß sind schon dreimal soviel Wanderer unterwegs, denn Kinder unter zehn Jahren zahlen nicht - und leider kauft auch bei größeren Gruppen oft nur einer einen Wanderpass" weiß Georg Hiller vom Lions-Club Blaubeuren-Laichingen, der den Wandertag veranstaltet.

Als einer der ersten Wanderer war Thomas Schwegler aus Merklingen kurz nach acht Uhr am Blautopf gestartet. Um elf Uhr war er dann als erster an der letzten Stempelstation, dem Urgeschichtlichen Museum. "Ein herrlicher Tag zum Wandern, im Wald sprießt überall frisches Grün", zeigte sich der 33-Jährige begeistert. Er war erstmals beim Erlebniswandertag dabei. "Prima, super" seien die Informationen rund ums Thema Wald.

Dagegen sind Hermann und Heide Schmauz aus Nellingen schon "alte Hasen". Denn die leidenschaftlichen Wanderer haben schon etliche Male die Blaubeurer Maiwanderung mitgemacht. Auch sie schätzen die Informationen an den Stationen. "Sonst läuft man einfach immer nur vorbei, und hier erfährt man vieles, was man sich sonst gar nicht bewusst macht", meinen die beiden an Jan Duvenhorsts Infostation am Seißener Sportplatz.

Dort ist ein kleines Waldmodell aufgebaut, an dem sich jeder probeweise als Förster betätigen und Bäume "entnehmen" kann, wie das Fällen hier heißt. "Das war falsch" signalisiert ein knallrotes Schild, als jemand einen "toten Baum" aus dem Modell wegnimmt. Totes Holz brauche der Wald ebenfalls, denn es biete Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. "Auch eine krumm gewachsene Wildkirsche bleibt stehen", sagt Duvenhorst, "denn das ist ein seltener Baum und bereichert den Wald." Die Buche sei hier die natürliche Baumart, Fichten eigentlich hier nicht heimisch, erklärt er weiter.

An der Station Rabensteig informieren Forstmitarbeiter über den Bannwald, ein nach dem Landeswaldgesetz sich selbst überlassenes Waldreservat. Schon 1937 wurde dort ein Naturschutzgebiet ausgewiesen, heute beträgt die Größe des Bannwalds Rabensteig rund 165 Hektar. Für die Forstleute erfüllt der Bannwald nicht nur den Zweck Naturschutz, sondern dient auch als Beobachtungsobjekt für die Forschung.

Wann Bäume gefällt werden, erfuhren die Wanderer bei der Station Waldbewirtschaftung und Verkehrssicherheit. An der B 28 etwa sei ein größerer Einschlag geplant, und vorgenommen werde er in der Zeit der Tunnelsperrung, damit auf die Autofahrer nicht noch eine zusätzliche Sperrung zukomme. Klettern und Naturschutz waren Themen bei der Günzelburg. Mit einer Kletterkonzeption, in der geregelt ist, welche Felsen und welche Routen wann beklettert werden dürfen, hat der Alb-Donau-Kreis einen Kompromiss für beide Seiten gefunden.

Begeistert vom Erlebniswandertag zeigt sich "Michael aus Köln", der derzeit auf Besuch in Blaustein weilt: "Für mich war Wandern immer nur morgens losgehen und abends wiederkommen - und zwischendrin nichts." Es sei toll, dass sich hier viele Leute die Mühe machen würden, alles zu organisieren: die festen Raststellen unterwegs, wo es Verpflegung gibt, sowie das Programm rundherum mit den Infos über den Wald und das Urgeschichtliche Museum.

Nach Information des Veranstalters fließt der Erlös des Wandertags sozialen Zwecken in der Region und dem Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren zu.

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