Einsatz bei Firma Wanzl dauert 53 Stunden

Erst am Montag gegen 8 Uhr, nach 53 Stunden, war der Löscheinsatz bei Wanzl in Leipheim abgeschlossen. Seit Samstagfrüh hatte die Feuerwehr bei Eiseskälte gegen die Flammen gekämpft. Der Schaden ist enorm.

JOACHIM STRIEBEL |

Wegen Einsturzgefahr kann die ausgebrannte Halle der Leipheimer Metallwarenfabrik Wanzl nicht betreten werden. Daher habe die Ursache für das Feuer, das Schaden in zweistelliger Millionenhöhe anrichtete, noch nicht ermittelt werden können, sagte am Montagabend Christian Owsinski, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

Wie berichtet, war die Feuerwehr in der Nacht zum Samstag gegen 2.50 Uhr durch eine automatische Brandmeldeanlage zur Galvanikhalle der Firma Wanzl in die Bubesheimer Straße gerufen worden. Schon von seiner Wohnung aus habe er einen hellen Feuerschein gesehen, berichtet der Leipheimer Feuerwehrkommandant Hans Winkler. "Keiner weiß, warum sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte", sagt der erfahrene Feuerwehrmann, für den der Brand bei Wanzl zu den größten Einsätzen seiner Laufbahn zählt. Die 25 Arbeiter der Nachtschicht konnten sich retten. Drei von ihnen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht, sie sind inzwischen aber wieder zu Hause.

Zahlreiche Löschzüge aus dem Landkreis Günzburg und aus Neu-Ulm sowie die Langenauer Feuerwehr, die eine von drei Drehleitern stellte, bekämpften den Großbrand in der Halle, in der die Firma Tische für Handelsgeschäfte ("Wühltische") beschichtete. Am Wochenende waren rund 230 Feuerwehrleute eingesetzt. Sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude des Wanzl-Werkes verhindern. Die klirrende Kälte - in der Nacht zeigte das Thermometer 17 Grad unter Null - machte den Wehren zu schaffen. Drehleitern, die vom Löschwasser einzufrieren drohten, wurden abwechselnd zum Auftauen in die Gerätehäuser gefahren. Feuerwehrleute, die vom Innenangriff zurückkehrten, waren fast steif gefroren. "Die Halle sieht jetzt aus wie eine Tropfsteinhöhle", sagt Kommandant Winkler. Gefrorenes Wasser am Boden bedeutete Rutschgefahr für die Einsatzkräfte.

Die Helfer des BRK mussten allerdings nur kleinere Verletzungen behandeln. Rund 60 Helfer des Roten Kreuzes waren gleichzeitig vor Ort. Sie stellten beheizte Zelte bereit und sorgten für die Verpflegung der Kräfte. Das Technische Hilfswerk (THW) entfernte zusammen mit einem Kran-Unternehmen einen Beton-Dachträger, der auf eine Trafostation zu stürzen drohte.

Am Sonntag um 11 Uhr schien der Brand gelöscht zu sein. Doch kurze Zeit später drang schwarzer Rauch aus dem Untergeschoss. Ein Kunststoffbehälter brannte. Auch der neuerliche Löschangriff gestaltete sich schwierig. Ein Gemisch aus Löschwasser und Galvanik-Flüssigkeit stand 30 Zentimeter hoch, die Feuerwehrleute mussten Vollschutzanzüge tragen. Rauch stand auch noch am Montagmorgen über der Halle. Die Feuerwehr löschte bis gegen 8 Uhr Glutnester im Dach.

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