Einmal Fuhrmann, immer Fuhrmann
Bühlenhausen. Der Kutschertreff in Bühlenhausen war ein Publikumsmagnet
: 40 Gespanne ließen gestern Erinnerungen an die Zeit aufkommen, als es keine Autos gab.
Eine Kutsche nach der anderen rollt durch den Ort, gezogen von Pferden, Ponys, Eseln. Wer am Wochenende durch Bühlenhausen fuhr, fühlte sich in eine Zeit versetzt, in der nicht 100, sondern ein oder zwei Pferdestärken die Straßen beherrschten. Die Fuhrleute nutzten beim 20. Kutschertreffen die Gelegenheit für Ausflüge oder eine Fahrt durch den von Veranstalter Helmut Fried angelegten Geschicklichkeits-Parcours.
Die Fuhrmänner und -frauen kamen auch von weiter her, wie Manfred Priel aus Stuttgart oder Peter Stiefel, der mit seinen zwei Eseln aus dem Hohenlohischen rund 170 Kilometer angereist war. "Es war für mich keine Frage wieder herzukommen", sagte der 72-Jährige, "sollte mich bis dahin nicht der Teufel vom Kutschbock geholt haben". Seine Geschichte steht für viele, die sich dem Fuhrmannsleben verschrieben haben: Stiefel ist auf einem Bauernhof aufgewachsen; der Vater arbeitete auch im Maschinenzeitalter traditionell mit Pferden, die Tiere begleiteten das Leben des Bauernsohns. "Der Faszination von Pferden und Kutschen kann man sich nicht entziehen", meinte Frieder Weber von den Hessenhöfen, "das liegt einem in den Genen". Weber ist stolz auf seine ebenholzschwarzen Friesen mit ihren langen Mähnen. Auch um die Tinkerponys von Astrid Schmid aus Treffensbuch scharten sich die Besucher.
Warum Fuhrmann Peter Stiefel auf Esel umstieg ? "Ich mag Pferde und Esel, doch Esel sind wesentlich intelligenter; was sie nicht kennen, tun sie nicht. Dann stellen sie sich quer - das nennt man störrisch", sagt er. Nehme man ihnen die Angst und überzeuge sie, vertrauten sie ihrem Halter und "tun alles für einen". Manfred Priel sagt über seine Pferde: "Beim Streckenfahren, wo es vordergründig um Kondition geht, müssen die Tiere meinen Anweisungen genau folgen." Vertrauten sie ihm, "gehen sie auch durch Wasser, sofern ich es verlange". Anders im Parcours: "Hier werden ihnen in kurzer Zeit größte Kräfte und Konzentration abgefordert."
Der Samstag klang fröhlich mit dem Duo "D"Spitzbuaba" aus. Der Höhepunkt des Kutschertreffs kam am Sonntag: die Ortsdurchfahrt der rund 40 Gespanne. Teils mit Blumengirlanden herrlich herausgeputzt zockelten Droschken, Chaisen, Freizeitwagen, landwirtschaftliche Wagen und eine imposante weiße Hochzeitskutsche, Einspänner, Zweier- oder Vierergespanne durch die von unzähligen Menschen gesäumten Straßen.
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Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE | 06.09.2010
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Rund 40 herrlich herausgeputzte Gespanne fuhren am Sonntag zur Freude der vielen Besucher durch Bühlenhausen. Foto: Sabine Graser-Kühnle
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