Eigener ASB-Ortsverband Langenau

Langenau/Ulm.  Seit Freitag gibt es einen eigenen ASB-Ortsverband Langenau: Dieser will den gesamten Stützpunkt des Regionalverbands Ulm in der Nau-Stadt übernehmen. Das stößt nicht nur auf Begeisterung.

Auf großes Interesse ist die Gründungsversammlung des Ortsverbandes Langenau des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) am Freitag gestoßen: 56 Mitglieder trafen sich dazu im Pfleghof. Armin Zeller, der in der Versammlung zum Vorsitzenden des neuen Ortsverbands gewählt wurde, erläuterte die Hintergründe: Nachdem der Regionalverband Ulm, zu dem der Langenauer Stützpunkt seit seiner Gründung im Jahr 1978 gehört, sich in einer schwierigen finanziellen Situation befinde, drohe der Stützpunkt mit seinem Ehrenamt auseinander zu brechen. Projekte wie Hintergrunddienst, Ausbildung, Sanitätsdienste, Flohmarkt, Turmfest und andere Veranstaltungen liefen Gefahr, dem Rotstift zum Opfer zu fallen. Der Langenauer Ortsverband wolle sich künftig wieder auf die ursprünglichen Aufgaben des ASB konzentrieren: Rettungsdienst, Krankentransport, Breitenausbildung, Katastrophenschutz und Sanitätsdienste.

"Die Überlegungen, den Stützpunkt als eigenen Ortsverband auszugründen, gibt es seit vielen Jahren", sagte Zeller auf Nachfrage. Angesichts der finanziellen Probleme des Ulmer Regionalverbands, der seit drei Jahren Verluste einfährt und daher seit Herbst unter Aufsicht des Regionalverbands des ASB Heilbronn-Franken saniert wird, habe sich aus Sicht der Langenauer herauskristallisiert, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei, sagte Zeller. Der Rettungsdienst bleibe aber vorerst bei Ulm. Der Rettungswagen, der von der ASB-Wache in der Langenauer Olgastraße rund um die Uhr zu Einsätzen bis nach Asselfingen, Altheim/Alb und Seligweiler ausrückt, soll aber auf lange Sicht in die Zuständigkeit des Ortsverbands fallen. Der gesamte ehrenamtliche Bereich dagegen, etwa der Sanitätsdienst, gehöre ab sofort zu Langenau. Laut Zeller, der bis Freitag dem Vorstand des Regionalverbands Ulm angehörte, sind rund 1000 Langenauer Mitglied beim ASB. Diese blieben zunächst auch bei Ulm. Allerdings werde der neue Ortsverband alle anschreiben und ihnen von der neuen Situation berichten. Zeller geht davon aus, dass die Mehrheit zum Langenauer Ortsverband wechseln wird. Wie das weitere Vorgehen sein wird, in welchem zeitlichen Rahmen alles vonstatten gehe, müssten Gespräche mit dem Regionalverband Ulm und dem ASB-Landesverband Baden-Württemberg zeigen. Der Großteil des Vorstands des Regionalverbands in Ulm habe Verständnis für den Schritt der Langenauer gezeigt, sagte Zeller weiter (siehe Info-Kasten). Klar sei, dass sich der Ortsverband an der Sanierung in Ulm beteilige. "Etwa, indem wir für einen bestimmten Zeitraum, einen Teil unserer Mitgliedsbeiträge abführen." Auch wolle man weiter gut mit Ulm zusammenarbeiten, beispielsweise bei den Sanitätsdiensten während des Nabada.

Lars Einar Sterlay, Geschäftsführer des ASB-Landesverbands, war am Freitag bei der Gründungsversammlung in Langenau. Aus seiner Sicht ist alles gut geregelt in die Wege geleitet worden. "Es gab keinen Knatsch oder ähnliches", sagte Sterlay auf Nachfrage. Die Neugründung habe eigentlich nichts mit dem Langenauer Stützpunkt zu tun, der von Ulm aus weitergeführt werde, er gehöre auch weiter zum "Sanierungsfall Ulm". Vielmehr stehe der Ortsverband am Anfang. Bei den nun anstehenden Gesprächen zwischen Langenau und Ulm über das Vorgehen müsse oberstes Ziel sein, die Sanierung des Regionalverbands nicht zu gefährden, betonte Sterlay. Dass die Ausgründung in dieser Situation einige Schwierigkeiten beinhalte, sei klar. Es gebe viele Fragen zu klären.

Der Vorstand des neuen Langenauer Ortsverbands setzt sich wie folgt zusammen: Für vier Jahre wurde Armin Zeller zum Vorsitzenden gewählt, seine Stellvertreter sind Ulrich Hermann und Markus Sick. Schatzmeister wurde Sven Wiedenmann, Ortsverbandsarzt Dr. Raphael Bender. Alle Gewählten, die bisher einen Posten im Regionalverband Ulm bekleideten, traten am Freitag mit sofortiger Wirkung von diesen Ämtern zurück.


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Autor: HELGA MÄCKLE PAUL SEYBOLD | 09.03.2010

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