"Chuck", der "Gitarroholiker"

Dietenheim.  Lieder komponieren und Texte schreiben ist sein "Hobby im Hobby". Als Komponist, Texter, Sänger und Gitarrist hat der Dietenheimer Josef ("Chuck") Golder in seiner Musiker-Laufbahn 80 Lieder geschrieben.

Seit Januar diesen Jahres ist Josef Golder selbstständig tätig und betreibt ein Ingenieurbüro als Unternehmensberater. "Damit hat sich mein langjähriger Traum erfüllt, mein eigener Chef zu sein", sagt er mit einem Dank an seine ehemalige Firma, durch deren freundliche Unterstützung dieser Schritt möglich war. Sein Haus im Rosenweg in Dietenheim bietet ihm nicht nur Gelegenheit der beruflichen Selbständigkeit.

Hier kann der 51-Jährige auch seinem Hobby der Musik nachgehen. Eine breite Palette von Gitarren deuten bereits beim Betreten der Wohnung auf sein Steckenpferd hin. Er liebt es Lieder zu komponieren und Texte zu schreiben. "80 sind es inzwischen geworden, circa 50 davon mit englischen, aber auch deutschen Texten", erzählt er. Seine Liebe zur Gitarre teilt er mit Sohn Matthias, der - wie der Vater - in mehreren Bands spielt. "Nur Singen mag er nicht", bedauert Josef Golder, der auf den Spitznamen "Chuck" hört.

Auf den Beinamen angesprochen, gehen seine Erinnerungen zurück in die Jugendzeit. "Damals musste jeder einen Spitznamen haben; Gitarre, RocknRoll und nach hinten gekämmte Haare, was lag da näher als Chuck Berry", schwärmt Golder von seinem Vorbild, der mit heute über 80 Jahren noch immer Livemusik macht. Die zwei Worte: "Na denn", die ihm dabei über die Lippen kommen, deutet an, dass er noch viel vor hat. Derzeit spielt Golder in zwei Besetzungen: "ChucknCo" ist die Band, die seinen Namen trägt. Fast alles Eigenkompositionen, dazwischen aber auch etwas Nachgespieltes - neudeutsch Cover-Songs - wie "Jimi Hendriks" oder "Sting".

Nach dem Motto "Weniger ist mehr" stellen sich Chuck Golder, Christian Ludwig (Schlagzeug) und Thomas Schulz (Bass und Gesang) stets der Herausforderung, nach mehr zu klingen. Die Band weist ausdrücklich darauf hin, dass Schubladendenken nicht angesagt ist. Die erfahrenen Akteure kommen vielmehr aus verschiedenen Stilrichtungen und verschmelzen zu einer multi-musikalischen Einheit. Seien es Auftritte bei Festivals, Open Airs oder auch kleineren Clubs: Gespielt wird was Spaß macht, gut klingt und groovt. "Eigenkompositionen ja, aber keine Musik als Selbstzweck."

Ihre neueste CD "Deep Blue" ist der Beweis für die musikalischen Qualitäten und die Vielfalt der Band. Sie belegt, dass das Trio sowohl Balladen, als auch knackige, groovige "Stampfer" drauf hat. "Die ausschließlich eigenen Songs wie ,Raindrops oder ,Not with me haben teilweise Hit-Charakter", ist Golder überzeugt.

"Vor Suchtgefahr wird gewarnt." Vorsichtshalber weist die zweite Besetzung namens "Blues & More" ihre Gäste schon vor einem Konzertabend mit dem Duo auf ein unvergessliches Erlebnis hin, das abhängig macht. In der Tat bietet "Chuck" Golder mit seiner groovenden Gitarre und seiner einfühlsamen Bluesstimme einen besonderen Hörgenuss, während Peer Engström aus seiner kleinen Mundharmonika, genannt Harp, Töne herauszaubert, die einem Auftritt der beiden Musiker die Krone aufsetzt. Die Gäste im Bürgerhaus Regglisweiler, dessen Saal schon zwei Mal für "Blues & Moore" zum "Kulturhaus" umgemodelt wurde, bedankten sich bei ihren Konzerten nicht nur mit lautstarken Zugabe-Rufen. Sie waren der "Sucht" erlegen.

Grundsätzlich will sich Golder in Bezug auf Stilrichtung überhaupt nicht festlegen. "Ob Volksmusik, Jazz oder Rock, in allen Richtungen gibt es Interessantes und in der Musik lernt man nicht aus", sagt der Musiker, der zum Gitarre spielen kam, "weil man sich im Elternhaus weder ein Klavier leisten konnte, noch Platz dafür hatte." Mit zwölf Jahren besuchte er den Gitarrenunterricht und ist dabei geblieben. Inzwischen hatte Golder erfolgreiche Auftritte in ganz Süddeutschland mit seinem Instrument. 1996 gewann er bei einem Bandwettbewerb den Preis für die "beste Gitarre". Ehrgeizig wie er ist, bezeichnen ihn seine Freunde nicht umsonst als "Gitarroholiker".


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Autor: DIETER GRÄTER | 08.09.2010

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