Chorleiter geehrt und verabschiedet

Erbach.  Winfried Spaeth ist vom Erbacher Kirchenchor zum Ehrendirigenten ernannt worden. Als Leiter hat Spaeth den Chor 42 Jahre lang geprägt.

Als 1968 der Erbacher Kirchenchor ohne einen Dirigenten da stand, wurde der damalige katholische Pfarrer Anton Kraus von einem Gemeindemitglied auf den "jungen Ingenieur Winfried Spaeth" aufmerksam gemacht, der bei der Einsinger Firma Zwick arbeitete. Der Chor fand in Spaeth seinen neuen Dirigenten, womit eine äußerst erfolgreiche Ära begann. Daran erinnerte der katholische Pfarrer Dietmar Krieg jetzt bei der Verabschiedung des Chorleiters.

Schon ein Jahr nach Spaeths Einstieg stand ein Jubiläum: 200 Jahre Kirchweih der St. Martinus-Kirche. Zusammen mit dem Kammermusikkreis Ulm wurde eine viel gelobte kirchenmusikalische Andacht aufgeführt. Auf das Zusammenwirken von instrumentaler Musik und Chor hat Spaeth noch öfter zurückgegriffen, wie bei der Cäcilienmesse von Charles Gounod 2004, einem lang gehegten Traum des Dirigenten.

Auch weltliche Musik wusste Spaeth seinem Chor zu vermitteln, was einige äußerst erfolgreiche Konzerte belegen. Erarbeitet wurden Werke aus Oper, Operette und, seiner Zeit voraus, Lieder aus den seinerzeit gerade aufkommenden Musicals. Möglich wurden die Höchstleitungen durch den vehementen Zuwachs, den der Chor seit Spaeths Übernahme der Leitung erfahren hatte. Von anfangs nicht einmal 20 Stimmen wuchs der Traditionschor zeitweise auf über 60 Sänger und Sängerinnen an.

Der Aufschwung seines Chors machte dem Dirigenten gleich zwei Mal Freude: Er fühlte sich in der Richtung betätigt und zum Zweiten wurde die Empore zu klein, so dass der Chor bald dort sang, "wo er eigentlich hingehört", im Chorraum. "Die damit verbundene Akustik ist natürlich das, was sich ein Chor erträumt", sagte Spaeth bei einer früheren Gelegenheit. Anerkennung für den Chor war die Verleihung der Zelter-Plakette - und die Palestrina-Medaille, die höchste Auszeichnung für Kirchenchöre überhaupt. "Herzlichen Dank und ein aufrichtiges Vergelts Gott" bedankte sich Pfarrer Krieg für Spaeths unermüdlichen Einsatz. Äußeres Zeichen des Danks war die Urkunde, die die Ernennung Spaeths zum Ehrendirigenten bescheinigt. Seine Frau Helgard, langjährige Sängerin und Solistin im Chor, wurde zur Ehrensängerin ernannt.

Großer Dank auch von Seiten des Chors durch Sprecher Eugen Wanner: "Ein Sänger kann einmal fehlen, ein Dirigent muss aber da sein. Für Winfried hieß das 42 Mal Weihnachten, 42 Mal Ostern, 42 Mal Pfingsten und so weiter. Und unser Dirigent war da." Der 76-jährige Spaeth möchte nun mehr für Enkel und seine Familie da sein. Seinen Ulmer Chor und das Amt des Gauchorleiters wird er aber weiter behalten.


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Autor: FRANZ GLOGGER | 02.09.2010

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