Bürgermeister-Kandidat Daniel Salemi im Porträt

Wer wie Daniel Salemi Bürgermeister werden will, muss viel erklären. Seit knapp acht Wochen sucht der gebürtige Giengener deshalb das Gespräch mit der Bevölkerung in Langenau und den Ortsteilen.

MARKUS FRÖSE |

"Woher kommt eigentlich der Name Salemi?" sei mit die häufigste Frage gewesen, die er in Gesprächen mit Langenauer Bürgern gehört habe. Sagt der 38-jährige Daniel Salemi, der bei der Wahl am 24. Januar Bürgermeister der Naustadt werden möchte. Er habe einen italienischen Nachnamen, erklärt er weiter. Sein Vater Filippo sei als 16-Jähriger aus San Michele di Ganzaria nach Giengen an der Brenz gekommen. Bei Voith in Heidenheim habe der Vater eine Lehre absolviert, dann bei Bosch Siemens Hausgeräte in Giengen gearbeitet. Dort habe er auch seine spätere Frau Lieselotte kennen gelernt. Und dort sind auch die Kinder des Ehepaars geboren und aufgewachsen, "mit mir als jüngstem von vier Geschwistern", sagt Daniel Salemi.

Er fühle sich zwar fest in der deutschen Kultur verwurzelt. "Aber manchmal sehe ich die Dinge etwas lockerer - vielleicht zeigt sich dabei ja eine italienische Seite meiner Persönlichkeit." Ansonsten kann bei dem Bürgermeisterkandidaten schwäbische Strebsamkeit vermutet werden, beim Blick auf den Werdegang. Nach Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Giengen und kurzer Tätigkeit dort holte er am Kaufmännischen Berufskolleg in Heidenheim die Fachhochschulreife nach.

Es folgte die Ausbildung im gehobenen Verwaltungsdienst des Landes Baden-Württemberg mit Studium in Ludwigsburg, und mit Praktika beim Landratsamt Heidenheim und den Stadtverwaltungen Herbrechtingen und Heidenheim. Den Diplom-Verwaltungswirt (FH) traf dann ein Schicksalsschlag, "der mich sehr geprägt hat". 2002, direkt nach Abschluss des Studiums, habe sein Vater einen Herzinfarkt erlitten und sei ins Wachkoma gefallen. "Zusammen mit meiner Mutter habe ich ihn dann fast zwei Jahre lang in Vollzeit gepflegt", schildert der Giengener.

Ab Mitte 2004 arbeitete Salemi dann als Sachbearbeiter beim Landratsamt Heidenheim, anschließend beim Jobcenter Heidenheim. "Ende 2007 kam der Ruf der Stadt Niederstotzingen. Seither bin ich dort als Hauptamtsleiter tätig in vielen Bereichen, inzwischen auch als innerdienstlicher Stellvertreter des Bürgermeisters und Geschäftsführer der Projektgesellschaft Abwasser." Und wieso zieht es ihn angesichts des Erreichten nach Langenau, wo doch derzeit auch in Niederstotzingen ein neuer Bürgermeister gesucht wird? "Für mich war klar: Ich möchte in eine Stadt mit über 10.000 Einwohnern, von der Größe her ähnlich wie Giengen", erklärt der Bürgermeisterkandidat.

Ähnlich seien wegen der räumlichen Nähe Langenaus zu seiner Geburtsstadt auch die Mentalitäten. Zudem habe er die Stadt an der Nau und einige ihrer Einwohner auch deshalb ganz gut kennen gelernt, "weil ich seit zehn Jahren als Gastmusiker bei der Stadtkapelle Langenau mitspiele". Womit Salemi überleitet zu einem weiteren Bereich, der ihn sehr präge: seine ehrenamtliche Tätigkeit. "Langjähriger Vorsitzender von Vereinen und Verbänden auf Orts-, Kreis- und Landesebene", fasst er diese zusammen.

Sollte er Bürgermeister werden, würde er sein Dirigentenamt bei einer Big Band in Giengen aufgeben, von dort mit seiner Partnerin nach Langenau ziehen "und hier eine Familie gründen", sagt Salemi. Weiter hat er sich vorgenommen, der Naustadt "kein Konzept überzustülpen, sondern Themen abzuarbeiten, die die Menschen beschäftigen". In seinen Wahlkampf-Gesprächen seien ihm etwa die Bereiche Verkehr und Mobilität im ländlichen Raum häufig genannt worden, sowie Müllverwertung, Ehrenamt und Vereinsförderung. Ansonsten sei Langenau eine schöne Stadt, deren Aufenthaltsqualität noch gesteigert, deren Stadtbild noch stimmiger werden könne - zum Wohle der Bürger und von Handel und Gewerbe.

Auf jeden Fall hofft der Kandidat, dass die Bürger ihr "Interesse an der Gemeinschaft" mit hoher Wahlbeteiligung zeigen werden. Und wenn er nicht gewählt wird? "Dann bleibe ich Hauptamtsleiter."

Die Kandidaten

Wahl Die Langenauer wählen am 24. Januar einen neuen Bürgermeister. Erringt an diesem Termin kein Bewerber die absolute Mehrheit, findet am 14. Februar ein zweiter Wahlgang statt. Wir stellen die fünf Kandidaten vor, die die Nachfolge von Wolfgang Mangold antreten wollen.

 

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