Blick hinter die Klostermauern

Ein wenig ins Klosterleben haben jetzt Dietenheimer Firmlinge geschnuppert. Die Jugendlichen verbrachten einen halben Tag in Brandenburg. Schwester Elisabeth betreute die Gäste und Projekt.

VANESSA ARSLAN |

"Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft", ertönt es im dem lichtdurchfluteten Raum des Kloster Brandenburgs in Regglisweiler. Schwester Elisabeth hat hier kurz zuvor 30 Mädchen und Buben begrüßt. Es sind die Firmlinge, die sich in den Klostermauern genauer umschauen wollen. Der Tag im Kloster ist eines von zwei Projekten, das die Firmlinge der Seelsorge-Einheit Dietenheim Balzheim Illerrieden gewählt haben.

Neben weiteren Projekten, wie das Basteln von Osterkerzen oder der Aufbau des Heiligen Grabes in Dietenheim, ist der Klosterbesuch etwas ganz Besonderes in dieser Projekt-Vorbereitung. "Wir wollten etwas Praktischeres machen", erklärt Firmmutter Claudia Müller aus Balzheim. Sie begleitet die 14- und 15-Jährigen an diesem Samstag. Das Thema "Berufung" steht im Focus des Kloster-Projekts. Die Jugendlichen starten ihren Aufenthalt hinter Klostermauern mit einem Lied. "Ich wünsche mir, dass uns der Heilige Geist heute durch den Tag führt", schließt Schwester Elisabeth den einleitenden Gesang ab.

Die Schwester ist gespannt darauf zu erfahren, warum die Firmlinge dieses Projekt gewählt haben. Die Mehrheit war neugierig darauf, wie ein Kloster eigentlich von innen aussieht und was "hinter den heiligen Wänden passiert", bekommt sie zu hören. "Ich war noch nie in einem Kloster und möchte sehen, wie es dort auf und zu geht", sagt einer. "Es hat mich einfach interessiert", bemerkt ein anderer. Dass es sich in Regglisweiler um ein modernes und offenes Kloster handelt, haben alle gleich bemerkt. "Wir haben kein altes Gebäude mit Kreuzgängen, sondern ein renoviertes Kloster mit Tagungsraum", scherzt Schwester Elisabeth.

Die Ordensschwester hat heuer zum ersten Mal ein Firmprojekt übernommen. Trotz anfänglicher Aufregung und Skepsis sei sie schnell überzeugt gewesen. "Ich höre auf mein Herz und das sagte mir: Ich muss das machen", erzählt die gebürtige Österreicherin. Mit 18 Jahren trat sie als Schwester Elisabeth ins Kloster Brandenburg ein. Seit 2000 kümmert sie sich um die Ausbildung im Kloster und begleitet die Novizinnen auf ihrem spirituellen Weg. Schon immer habe sie sich dazu berufen gefühlt, ins Kloster zu gehen. Bereits mit sieben Jahren habe sie gewusst, dass sie Ordensfrau werde.

"Berufen zu sein heißt aber nicht, unbedingt, ins Kloster einzutreten", erklärt sie ihren Gästen. Die Firmlinge entdecken gemeinsam mit ihr verschieden Formen der Berufung. So kann sich der eine zum Priestertum berufen fühlen und ein anderer zur Ehe. "Gott hat für jeden einzelnen von euch einen Plan, ihr müsst ihn nur annehmen", appelliert die die Ordensfrau. Gespannt lauschen die Jugendlichen ihren Worten. In dem Kurzfilm "Mein Gott und Walter" wird das Thema Ehe besonders hervorgehoben. Diese Filmausschnitte gefallen den Firmlingen besonders gut und auch das Musical über das Leben der Mutter Theresa "Come be my light".

Als es darum geht, Fragen zu stellen, geben sich die Firmlinge nicht scheu. Sie zeigen viel Interesse am Alltag einer Ordensfrau und an den Ritualen im Kloster. Es darf aber auch spezifischer nachgefragt werden. "Was passiert denn, wenn eine Schwester nach zehn Jahren aus dem Kloster austreten will?", möchte ein Mädchen wissen. Auch das ist möglich. Schwester Elisabeth ist von der lebendigen Fragerunde begeistert. "Ihr habt euch aber gute Fragen überlegt", freut sie sich.

Zum Abschluss betet die Ordensfrau mit den Jugendlichen in der Klosterkirche. "Ich hoffe, dass jeder von dem Besuch etwas für sich mitnehmen kann", wünscht sie sich. Sie bekommt ein positives Feedback von den Firmmüttern und den Jugendlichen. Nur eine ausgiebige Klosterführung hätten sich alle Beteiligten noch gewünscht.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr