Bischof Fürst hält Gottesdienst in Griesingen

Griesingen.  1250 Jahre Griesingen: Das Dorf feierte gestern mit Bischof Fürst einen fröhlichen Festgottesdienst. Er äußerte sich auch zur Missbrauchs-Diskussion.

Sie stand ihm gut, die schwarze Jubiläumsmütze "1250 Jahre Griesingen", die ihm Bürgermeister Ulrich Oberdorfer nebst Polo-Shirt und Gemeindebuch überreicht hatte: Bischof Dr. Gebhard Fürst freute sich sichtlich über die Geschenke, die er gestern beim Empfang im Kindergarten erhielt.

Christliche Werte zu vermitteln sei heute wichtiger denn je, sagte Oberdorfer dem hochrangigen Gast nach dem Festgottesdienst zum 1250-jährigen Bestehens Griesingens. Im Dorf werde dies am weithin sichtbaren, nachts beleuchteten, Kirchturm deutlich. "Er ist ein Leuchtturm, der Halt geben soll."

Zeichen für den Zusammenhalt und die Attraktivität des Ortes seien die vielen Kinder und der gemeinsame geschulterte Anbau des Kindergartens. Dessen Träger ist die Kirchengemeinde. Fürst kündigte weiter die Unterstützung der Diözese an. "Wir haben fest vor, an dem festzuhalten, was wir zuschießen", sagte er, ohne eine verbindliche Zusage geben zu wollen. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan war dabei. "Der Weg der Kirche ist der Mensch", sagte die CDU-Wahlkreisabgeordnete und bezog sich auf Fürsts Worte im Gottesdienst. "Das Gesetz ist nicht das Letzte, sondern der Mensch", hatte er in der gut besuchten Kirche St. Leodegar gesagt. Er bezog sich aufs Evangelium, das von der Ehebrecherin kündete, die Jesus vor der sicheren Todesstrafe bewahrt hatte.

Fürst regte die "Rückkehr der Kirche in die Diakonie, in den Dienst am Menschen" an. Die Kirche habe zuletzt einen Vertrauensverlust, eine Glaubwürdigkeitskrise erfahren, die es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben habe. Er sprach damit die derzeit diskutierten Missbrauchsfälle an. Auch Pfarrer Dr. Harald Talgner nahm dazu Stellung: Schuld und Sünde, "die wir heilen müssen", seien in der Kirche Realität.


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Autor: RAINER SCHÄFFOLD | 22.03.2010

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