Begeistertes Hoch auf Welli
Dietenheim. Der Rosenmontagsball war ein weiterer Höhepunkt der Ranzenburger Faschingsveranstaltungen. Mit 20 Programmpunkten präsentierte die Narrenzunft in der Narhalla nochmals Highlights am laufenden Band.
Bevor gestern Abend beim Kehraus das letzte "Narro Ahoi" der Fasnetssaison gerufen wurde, liefen die Akteure der Ranzenburger Narrenzunft und der Gastgruppen beim Rosenmontagsball noch einmal zur Hochform auf. In der vollen Stadthalle gab es ein mehrstündiges Showprogramm, das die Gäste mit viel Begeisterung quittierten. Als wolle man sich gegen das Faschingsende stemmen, wurde geschunkelt, gelacht und gesungen. Viele Zugaben forderten die Mäschkerle ein.
"Nur noch Stehplätze", signalisierten die Ordnungskräfte angesichts der übervollen Narrhalla, als sich der Saal beim Einzug des Prinzenpaares, der Nachwuchsregenten und des gesamten Hofstaates samt Hexen, Hofnarren und Elferräten erhob, um dem letzten großen Ball einen besonders festlich-närrischen Rahmen zu geben. Als Gerhard Herz in Vertretung von Präsident Uwe Bimek die Gäste begrüßte, war der Jubel groß. Hofmarschallin Melanie Reuter brachte es auf den Punkt als sie in den Saal hinein rief: "Die närrischen Tage vergingen wie im Rausch unter Drogen, die Tage der Narrheit sind so schnell verflogen". Sie forderte die Narren auf: "Ob Pfarrer, ob Schultes, und au ihr gwöhnliche Leut, bleibt uns treu und seid herzlich willkommen heut". Noch einmal begrüßten Prinzessin Julia und Prinz Sebastian die Gäste mit närrischen Reimen. Auch das Kinderprinzenpaar zeigte, wie viel es rhetorisch-dichterisch gelernt hat: "Das wird ein geiler Ball, ihr werdet es sehn und keiner wird früh nach Hause gehen. Heut müsst ihr noch einmal alles geben, übermorgen könnt ihr euch schlafen legen." Der Hofstaat bildete anschließend den passenden Rahmen zur Verleihung von zwei Orden. Sie gingen an Rudi Brechenmacher und Christoph Wellhäuser. Wie sehr sie die Ehrung verdient haben, sollte sich beim Höhepunkt des Abendprogramms zeigen.
Nach einer Schunkelrunde zu den Klängen der SMS-Band war es erneut Moderator Beppo Schenk, der als "Florian Goldblech" die beiden Jugendgarden und die Kindergarde ankündigte. Alle Mädels, ob groß oder klein, tanzten sich mit ihren Darbietungen in die Herzen der Besucher, wurden frenetisch beklatscht und mit kleinen Geschenken und Erinnerungsfotos bedacht. Ebenso erging es der Prinzengarde, die für ihren Gardetanz "Pirates of Caribbean" von der Band das Kompliment erhielt, die beste Garde zu sein, "die wir in der gesamten Kampagne in der Region erlebt haben".
Viel Kurzweil bot ein Showblock, gestaltet von "internationalen Künstlern", die in Dietenheim Halt gemacht haben. So erschienen, wie schon beim Hofball: Hansi Hinterseer (Chistoph Sambati), Wolfgang Petry (Johann Dursch), Nicky (Sabine Ganser), und auch Mickie Krause, alias Marco Kluge durfte nicht fehlen. Erneut war Andrea Bergs Party-Mix zu hören und noch einmal schlüpfte dabei Martin Unger in Minirock und Highheels. Michel Telò (Jürgen Peter) mit seinem "Nossa" leitete über zum Höhepunkt des Abends: Rudi Brechenmacher als Andreas Gabalier und "Welli" Wellhäuser als "fliegendes Engerl" mussten "I sing a Liad für Di" geich zweimal trällern, um den Wünschen des Publikums gerecht zu werden.
Der Zeiger der Uhr war längst auf die Stunde vor Mitternacht gerückt, als die Ranzenburger Hexen zu ihrem Brauchtumstanz mit waghalsigen Pyramiden antraten. Abgerundet wurde der Auftritt mit einem Gratulationslied für Peter "Geier" (Mayer), dessen 50. Geburtstag die aktuellen und früheren Hexen mit dem Jubilar feierten. Die Männer des Spielmannszuges zeigten im Gymnastikdress, was Frauen im Fitnessraum an Hochleistungen erbringen und die Illergoischdr präsentierten ihren Maskentanz. Abschließender Glanzpunkt war das Potpourrie der Showtänze aller Garden, das von einer Glitzer- und Glamourshow begleitet- und begeistert beklatscht wurde.
Endgültig Abschied von der Fasnet nahmen die Ranzenburger dann gestern Abend beim Kehraus in der verkleinerten Narrhalla. Der "Beerdigung" des Faschings folgte draußen von der Narrhalla das traditionelle Verbrennen der "Ranzenburger Hex", die im Schein der Fackeln in Flammen aufging. "Sgoht drgega" dürfte ab dem heutigen Aschermittwoch der einzige Trost der Narren sein.
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Autor: DIETER GRÄTER | 22.02.2012
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Rudi Brechenmacher trällerte den den Partyhit "I sing a Liad für Di" für seinen fliegenden Engel "Welli" gleich zweimal. Das begeisterte das Publikum. Foto: Dieter Gräter
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