Bauern hadern mit Wetter

Region.  Die Bauern der Schwäbischen Alb erwarten niedrige Erträge und auch die Qualität des Getreides bereitet ihnen Sorge. Schuld daran ist das Wetter.

So sehr sich der Bauer auch quält, am Ende entscheidet das Wetter über die Menge und die Qualität der Ernte. In diesem Jahr machte das Wetter den Landwirten auf der Schwäbischen Alb schwer zu schaffen. "Das Wetter hat uns vor eine unlösbare Aufgabe gestellt", erklärte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Ehingen-Ulm, Hans Götz, auf der gestrigen Pressekonferenz zur Ernte.

"Der Winter war zu lang, der Juli zu heiß und der August zu nass", sagt auch der Ortsobmann der Merklinger Bauern, Hans Hack. Er rechne damit, dass der Ertrag der Ernte zwischen 10 und 20 Prozent unter dem des Vorjahres liege. Mit der Wintergerste sei er zufrieden, pro Hektar erntete der Landwirt rund 55 Doppelzentner. Beim Weizen seien es dagegen nur 60 statt der erwarteten 70 Doppelzentner gewesen, bei der Sommergerste nur 45 statt 55. Deutlich geringere Erträge meldet auch der Berghüler Ortsobmann Georg Schöll. Er rechne bei Weizen und Sommergerste mit einem Rückgang von bis zu 15 Prozent. Einzig mit dem Raps sei er zufrieden, berichtet der Ortsobmann. Die niedrigen Erträge wären noch zu verschmerzen, schließlich sind die Preise für Weizen von zehn Euro im Jahr 2009 auf derzeit knapp 17 Euro gestiegen, bei besonders guter Qualität sind sogar 20 Euro pro Doppelzentner möglich. Doch danach sieht es bislang nicht aus.

Vor allem die ständigen Regenfälle der vergangenen Wochen machten es den Bauern schwer, das Getreide zu ernten. So steht auf manchen Feldern immer noch das Korn. "Viele Bauern werden ihre Ernte nur noch als Futtergetreide verkaufen können. Derzeit stocken die Preise für Futtergetreide, weil es mehr als genügend davon gibt", bestätigt auch der Betriebsleiter der Baywa in Laichingen, Franz Schulz, die Befürchtungen vieler Landwirte.

Dazu kommt die Gefahr, dass das feuchte Getreide von Schimmelpilzen befallen wird. Die so genannten Schwärzepilze siedeln sich auf abgestorbenen Pflanzen an und gedeihen bei hoher Luftfeuchtigkeit besonders gut. Erntereifer Weizen bietet also einen idealen Nährboden. Erste Landwirte berichten bereits von Pilzbefall auf ihren Feldern und jeder weitere Regentag verschafft den Schwächeparasiten mehr Zeit sich zu entfalten. Und aus dem Goldgelb der Weizenfelder wird mehr und mehr ein unansehnliches Grau.


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Autor: SIMON RILLING TOBIAS STEINBACH | 03.09.2010

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