Bahn frei für Bahnhof in Merklingen

Am Donnerstag bekommt das Eisenbahn-Bundesamt Post aus Merklingen. Im Kuvert: das Protokoll der Gemeinderatsitzung. Das Gremium hat die Aufstellung des Bebauungsplanes "Bahnhof Merklingen" beschlossen.

JOACHIM LENK |

Die Planungsunterlagen des vorgesehenen Bahnhofs Merklingen sowie eine entsprechende Änderung zur Planfeststellung liegen dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Stuttgart schon seit ein paar Wochen vor. Nur noch der entsprechende Bebauungsplan für das rund 5,4 Hektar große Gelände im Westen der Gemeinde fehlte - damit die Aufsichts- und Genehmigungsbehörde in der Landeshauptstadt auch sieht, dass man es in Merklingen ernst meint mit dem Neubau.

Bevor der Gemeinderat am Dienstag ohne Gegenstimmen den Bebauungsplan verabschiedete, stellte Roland Schmuck vom Ingenieurbüro Wassermüller dem Gremium die Planungen vor. Die 700 Meter lange Zu- und Abfahrt zum geplanten Bahnhof erfolgt über den Mühlweg, der von der Kreisstraße 7407 zwischen Merklingen und Hohenstadt abzweigt. Dieser wird auf 6,5 Meter verbreitert. Parallel zur Zufahrtsstraße ist ein 2,5 Meter breiter, durch einen Seitenstreifen abgesetzter Geh- und Radweg vorgesehen. Ein weiterer Weg von Merklingen aus über die Breitestraße ist Richtung Bahnhof eingezeichnet. Er hat eine Abzweigung nach Nellingen.

Der aktuelle Entwurf der geplanten Park-and-Ride-Anlage, die rund 2,4 Hektar groß ist, sieht 400 Parkplätze, 25 Kurzzeitstellflächen, fünf Taxibuchten sowie drei Bushaltestellen mit Wartehalle sowie einen überdachten Fahrradparkplatz vor. E-Bike- und E-Car-Ladestationen wurden in der Planung ebenfalls aufgenommen. Das Oberflächenwasser der Zufahrtsstraße, des Radwegs sowie der Kreisstraße wird in ein neues, noch zu bauendes Versickerungsbecken geleitet.

Gemeinderat Martin Gröh fragte, ob es nicht sinnvoller sei, im Bereich der Kreisstraße einen Kreisverkehr zu bauen? Bislang ist in diesem Zufahrtsbereich nur eine Ausweitung der Straße nach Norden vorgesehen, sodass dort eine Linksabbiegespur gebaut werden kann. Sowohl der Ingenieur als auch Bürgermeister Sven Kneipp antworteten, dass die jetzige Planung "sinnvoller und kostengünstiger" sei.

Sollte man aber in den nächsten Monaten zu dem Entschluss kommen, dass ein Kreisel an dieser Stelle mehr bringe, könne man die Planung jederzeit ändern. "Uns liegt jetzt nur eine Grobplanung vor, ins Detail können wir auch noch später gehen. Wir können uns Zeit lassen", gab der Bürgermeister zu bedenken. "Der erste Zug auf der Strecke Ulm - Wendlingen fährt voraussichtlich 2021. Der Park-and-ride-Parkplatz muss deshalb erst in fünf Jahren fertig sein."

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