Bahn legt Zeitplan für Bau des Albaufstiegs der neuen ICE-Trasse vor

Gruibingen.  Der Zeitplan für den Albaufstieg der Schnellbahntrasse steht: Im Herbst 2013 soll mit dem Bau der Tunnel begonnen werden. Ein Jahr später werden die Pfeiler für die Brücke über das Filstal betoniert.

Noch sind Stuttgart 21 und die Schnellbahntrasse Ulm-Wendlingen nicht vollständig genehmigt. Der Zeitplan für den wohl spektakulärsten und mit Sicherheit teuersten Abschnitt der Neubaustrecke steht laut Bahn aber bereits fest. Es geht um den knapp 15 Kilometer langen Albaufstieg von Aichelberg bis Hohenstadt (Kreis Göppingen). Zwei Tunnel, der 8,8 Kilometer lange "Boßlertunnel" und der 4,8 Kilometer lange "Steinbühltunnel", sowie eine 530 Meter lange und 85 Meter hohe Brücke über das Filstal sind Bestandteil des Abschnitts, für den die Bahn seit September vergangenen Jahres Baurecht hat.

Matthias Breidenstein von der DB-Projektbau hat den Abschnitt kürzlich in Gruibingen den Bürgermeistern der Anliegergemeinden erläutert. Demnach sind einige Vorarbeiten schon angelaufen, so sei bei Weilheim/Teck ein im Trassenverlauf stehender Aussiedlerhof abgebrochen worden. Die Arbeiten für den Tunnelbau sollen im Februar ausgeschrieben und Ende des Jahres vergeben werden. Im ersten Halbjahr 2013 werden die Baustellen eingerichtet, der Tunnelbau soll im Herbst 2013 beginnen.

Dann wird die Alb gleichzeitig an mehreren Stellen angebohrt: Von Aichelberg aus geht es für den "Boßlertunnel" aufwärts, von Hohenstadt aus für den "Steinbühltunnel" abwärts. Im Umpfental bei Gruibingen wird zudem ein so genannter Zwischenangriffsstollen gebohrt: seitlich in die Trasse des "Boßlertunnels". Die Bauzeit wird Breidenstein zufolge etwa vier Jahre betragen. Die Bahntrasse in den jeweils eingleisigen Tunnels wird eine maximale Steigung von 2,5 Prozent aufweisen. Zum Vergleich: Die Geislinger Steige hat 2,25 Prozent.

Mit dem Bau der Brücke über das Filstal, die im Grunde aus zwei gleichen Bauwerken besteht, soll im Herbst 2014 begonnen werden. Zunächst sind laut dem Projektleiter aufwendige Vorarbeiten notwendig: Ehe die Brückenpfeiler betoniert werden, lässt die Bahn verschiedene "Probebohrpfähle" setzen, um die Tragfähigkeit des Bodens im Filstal zu ermitteln. Allein für diese Vorarbeiten zur Statik haben die Ingenieure ein Jahr veranschlagt. Mit dem Betonieren von Pfeilern und Widerlagern der Brücken wird somit erst im dritten Quartal 2014 begonnen. Projektleiter Breidenstein zufolge soll die Brücke schmaler werden als bisher geplant, um das Bauwerk so landschaftsverträglich wie möglich zu gestalten.

Nach bisheriger Planung der Bahn kostet allein der nicht einmal 15 Kilometer lange Albaufstieg voraussichtlich zwei Milliarden Euro. Für die gesamte, etwa 60 Kilometer lange Neubaustrecke hat die Bahn insgesamt 2,9 Milliarden veranschlagt. Große Sorge bereitet den Bürgern der Gemeinden der Baustellenverkehr. Allein während des vier Jahre dauernden Tunnelbaus müssen insgesamt 4,3 Millionen Kubikmeter Gestein abtransportiert werden. Breidenstein versicherte den Bürgermeistern von Mühlhausen, Wiesensteig, Gruibingen, Drackenstein und Hohenstadt, die Bahn werde in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Baufirmen beim An- und Abtransport nur das überörtliche Verkehrsnetz benützen dürfen. Gleichzeitig gab er zu bedenken, solche Vorgaben seien "juristisch eine diffizile Geschichte".


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Autor: THOMAS HEHN | 01.02.2012

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