Angriff auf Schiedsrichter Erz

Suppingen/Allmendingen.  Das Bezirkssportgericht wird sich in einer Kammersitzung mit dem Angriff eines Türkgücü-Spielers auf den Suppinger Schiedsrichter Armin Erz befassen. Eine lange Sperre ist wahrscheinlich.

Der Würgeangriff eines Spielers von Türkgücü Ehingen vor einer Woche in Allmendingen auf den Suppinger Schiedsrichter Armin Erz wird in einer Kammersitzung vor dem Sportgericht des Bezirks Donau verhandelt werden. "Bei einem gravierenden oder schwierigen Sachverhalt wird nicht ein Einzelrichter, sondern die Kammer entscheiden", sagte Helmar Bader. Der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts geht davon aus, dass der Fußballer mehr als vier Monate gesperrt werden wird. Mit der Verhandlung wird in drei bis vier Wochen gerechnet.

Schiedsrichter Erz hatte die Partie zwischen dem TSV Allmendingen II und Türkgücü Ehingen am vergangenen Dienstag in der 74. Minute abgebrochen, nachdem er von einem Ehinger Spieler gewürgt worden war. "Der Spieler hat in der ersten Halbzeit bereits eine gelbe Karte wegen Reklamierens bekommen", berichtet Erz, "als er nach dem Führungstreffer für Allmendingen seinen Gegenspieler bedrohte, habe ich ihn ermahnt, dass er bereits eine gelbe Karte hat." Als der Spieler seinem Gegner erneut drohte, wollte Erz ihn des Feldes verweisen. Dazu kam es aber nicht mehr: "Plötzlich ist er mir an den Hals gegangen. Danach weiß ich nichts mehr." Der Angriff sei überraschend gekommen, denn " es war eigentlich bis dahin ein faires Spiel mit nur drei gelben Karten". Erz war zwei Minuten lang bewusstlos und blutete aus dem Mund. Nachdem er wieder zu sich gekommen war, fuhr ihn ein Bekannter ins Blaubeurer Krankenhaus. Dort erklärte ein Arzt dem 47-jährigen Bäckermeister, dass seine kräftige Konstitution Schlimmeres verhindert habe. Erz befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung, leidet aber unter einem Schleudertrauma und Schmerzen im Hals- und Nackenbereich. Ob er nach 25 Jahren als Schiedsrichter weiter pfeifen wird, sei noch nicht sicher, sagt Erz: "Auf so was kann ich verzichten." Der Suppinger hat inzwischen Anzeige erstattet, auf eine Entschuldigung des Ehinger Spielers wartet er bis heute.

Unterdessen hat der Württembergische Fußballverband (WFV) den Türken - es handelt sich um den Spielführer - vorläufig gesperrt. Das bedeutet, dass er nicht mehr spielen darf, bis das Urteil des Bezirksgerichts vorliegt. Kreisliga-Staffelleiter Werner Lechner erklärt: "Der Schiedsrichter hatte nach dem Würgeangriff nicht mehr die Möglichkeit, die Rote Karte zu zeigen." Deshalb habe der WFV die Sperre ausgesprochen. Der betroffene Verein geht noch einen Schritt weiter. Ramazan Cini, der Abteilungsleiter von Türkgücü, sagte: "Nach der Gerichtssperre werden wir noch eine zusätzliche Sperre aussprechen." Der Spieler werde bis zum Saisonende nicht mehr für Türkgücü spielen, er habe dem Image des Vereins geschadet. "Ich glaube nicht, dass er überhaupt nochmal spielen wird." Ob der Spieler ganz vom Verein ausgeschlossen wird, konnte Cini nicht sagen. Fest steht, dass Adnan Yigit neuer Spielführer des Vereins wird.


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Autor: ROLAND FLAD SIMON RILLING | 02.09.2010

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