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Alpenverein plant bei Blaustein Anlage für Mountainbiker – Naturschutz stimmt zu

Im Steinbruch Schammental bei Blaustein sollen sich künftig Mountainbiker austoben können. Die Ulmer Sektionen des Alpenvereins planen dort eine Anlage. Naturschutz und Gemeinde begrüßen die Idee.

JOACHIM STRIEBEL | 1 Meinung

Die Gemeinde Blaustein und der Fachdienst Forst und Naturschutz des Landratsamts Alb-Donau-Kreis sind auf Mountainbiker normalerweise nicht gut zu sprechen. Denn im Naturschutzgebiet Kleines Lautertal bei Blaustein fahren so viele Extremradler auf gesperrten Wegen, dass dort seit dem vergangenen Jahr ein Feldschütz für Ordnung sorgen muss. Auf offene Ohren bei Gemeindeverwaltung und Naturschutz stößt aber der Plan der Sektionen Ulm und SSV des Deutschen Alpenvereins (DAV), in einem Steinbruch im Schammental zwischen Blaustein und Mähringen Strecken für Mountainbiker einzurichten. „Eine sehr sinnvolle Sache“, sagt Bürgermeister Thomas Kayser. Und Thomas Herrmann, stellvertretender Leiter des Fachdiensts Forst und Naturschutz, sieht die Möglichkeit, das Radfahren im Gelände zu kanalisieren: „Aus Sicht des Naturschutzes wären wir froh, Mountainbiker aus dem Lautertal heraus zu bekommen.“

Martin Rivoir, Ulmer Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der DAV-Sektion SSV Ulm 1846, hat in der Vergangenheit die Diskussionen über den Konflikt zwischen Radlern und Naturschützern verfolgt. Sein Ansatz: „Es wäre gut, in der Region etwas anbieten zu können.“ Er freut sich, dass mittlerweile von allen Beteiligten grundsätzliche Zustimmung zu einem Mountainbike-Park im Schammental signalisiert wurde. Die Sache könnte aber auch noch scheitern, sagt Rivoir. Denn Fragen der Haftung und Versicherung seien noch nicht geklärt. Neben der 1600 Mitglieder zählenden DAV-Sektion des SSV ist die 6000 Personen starke DAV-Sektion Ulm mit im Boot. Deren Vorsitzender Dr. Heinz Schmid, Rechtsanwalt von Beruf, ist dabei, die offenen Fragen mit der Geschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins zu klären. Er ist guter Hoffnung, eine Lösung zu finden. Es könne aber sein, dass mit Schildern darauf hingewiesen werden muss, dass die frei zugängliche Anlage nur DAV-Mitgliedern zur Verfügung steht.

Die Haftung müsse geklärt sein, sagt Joachim Münch, Geschäftsführer der Deponie GmbH Blaustein. Auch müsse eine Abtrennung zwischen dem für den Sport vorgesehenen Gelände und dem anderen Bereich des Steinbruchs, wo Erdaushub abgekippt wird, erfolgen. Ansonsten habe die Deponiegesellschaft nichts gegen Mountainbike-Strecken in dem vor Jahren rekultivierten Abschnitt des Steinbruchs. „Der Platz ist da“, sagt Münch.

Die Anlage mit einem Höhenunterschied von bis zu 70 Metern ist vor allem für so genannte Downhill-Fahrer gedacht, die auch gern Hindernisse wie Schanzen bewältigen. Auf der Rekultivierungsfläche, die mit kleinen Bäumen und Sträuchern bewachsen ist, sollen vor allem solche Wege befahren werden, auf denen früher Lastwagen unterwegs waren. Mit einem Gutachten müssten die künftigen Betreiber noch nachweisen, dass keine Tiere und seltene Pflanzen gefährdet werden, sagt Thomas Herrmann.

Neben den Steilstrecken für geübte Fahrer ist in einem zweiten Schritt an einen BMX-Parcours in der Ebene gedacht. „Es wäre gut, wenn so für Jugendliche etwas geboten werden könnte“, sagt Bürgermeister Kayser.

1 Kommentar

06.04.2013 08:22 Uhr

Nur für Mitglieder

Das wird nix bringen. Wenn nur DAV'ler reindürfen, fahren alle, die sowieso nicht auf abgesperrte Strecken stehen weiter dort, wo sie sonst auch immer gefahren sind. So lange der Herr Forstmensch nicht kapiert, dass Biker ebenso die Natur genießen wollen und daher zumeist nicht auf geschlossenen Strecken unterwegs sein wollen, wird das nix. Er soll mal mit, e-Mail ist bei der swp.

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