Alleebäume sind eine Gefahr
Feldstetten/Münsingen. Die kalte Jahreszeit wird im Forst für Pflege- und Fällmaßnahmen genutzt. So auch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wurde eine Linde und eine Pappel gefällt.
Oberste Priorität gebührt dabei der Sicherheit entlang der für die Öffentlichkeit freigegebenen Wege. Während im inneren Areal des Platzes ein Großteil Bäume sich selbst überlassen bleibt, wäre dies bei den Alleebäumen, die die Asphaltwege säumen, zu gefährlich. "Da hier im Platz das Wegegebot herrscht, unterliegen wir einer erhöhten Verkehrssicherungspflicht", erläutert Georg Herrendorf.
Die Revierförster des ehemaligen Truppenübungsplatzes, Georg Herrendorf und Walter Krug, kennen ihre Schützlinge ganz genau. Entlang der Straßen sind die Bäume durchnummeriert und werden jährlich mehrmals einzeln überprüft. "Wir prüfen jeden Baum im Sommer, anhand der Blätter lässt sich die Vitalität des Baumes erkennen. Dann kommt der Baum nochmals im Winter zur Überprüfung an die Reihe. Auf diese Weise können wir Schäden am Holz besser erkennen." Denn es gelte zahlreiche Kriterien zu berücksichtigen. "Viele Bäume sind einfach schon alt, andere haben Krankheiten und hier, im ehemaligen Übungsplatz, kommen noch Verletzungen durch den Schießbetrieb dazu", zählt Herrendorf auf. Genau ist im Baumverzeichnis der Alleebäume deren Zustand vermerkt. Kandidaten mit Pilzbefall, massiven Schäden an der Rinde und solche, die einen hohlen Stamm haben, müssen gefällt werden. Besonders ungern hat Georg Herrendorf die alte Linde direkt am Eingang Feldstetten zu Platz fällen lassen. "Die hatte große Faulstellen im Stamm, die in diesem Ausmaß von außen gar nicht sichtbar waren. Und beim Fällen fiel sie erst gar nicht in die geplante Richtung, sondern der Stamm suchte sich rechtwinklig zur vorgegebenen Richtung seinen Weg. Ein Zeichen für dessen Instabilität", sagt der Förster.
Ebenso leid tat es ihm um die alte Schwarzpappel etwas weiter im Innenbereich des Platzes, aber ebenfalls unmittelbar am Wanderweg. "Pappeln haben weiches Holz und die unangenehme Eigenschaft, auch in gesundem Zustand große Äste von sich zu werfen. Dies ist schon mehrmals geschehen. Allerdings kam kein Spaziergänger vorbei." Etwa siebzig Jahre hatte die Pappel auf dem Buckel, das lässt sich nun schön an den Jahresringen ablesen. Noch einige weitere Baumstümpfe säumen nun den Wanderweg, teilweise werden hier Bäume nachgepflanzt. An einigen Stellen soll natürlich der Allee-Charakter erhalten bleiben, doch wenn sich besonders schöne Ausblicke in die Landschaft bieten, soll nicht wieder Bäume die Sicht verdecken. eb
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09.03.2010
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Förster Georg Herrendorf zählt die Jahresringe an der gefällten Schwarzpappel auf dem früheren Truppenübungsplatz, die rund 70 Jahre alt wurde. Foto: Privat
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