Alb-Donau-SPD weiter uneins
Alb-Donau-Kreis. Gemeinsam sind wir stärker, meint Günter Neubauer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Kreisvorsitzende Heidi Ankner lehnt eine Fusion der Alb-Donau- mit der Ulmer SPD strikt ab: Wir gewinnen nichts.
"Sind wir noch richtig aufgestellt?" Die Frage muss sich die SPD im Alb-Donau-Kreis nach Ansicht von Günter Neubauer stellen. Für Neubauer, den Vorsitzenden des Ortsvereins Langenau und der Kreistagsfraktion, lautet die Antwort: eher nicht. Sein Vorschlag, um den Sozialdemokraten mehr Gehör und Gewicht zu verschaffen: "Die Bündelung der Kräfte." Damit meint Neubauer den Zusammenschluss des SPD Kreisverbands Alb-Donau mit dem Kreisverband Ulm.
Mit jeweils großer Mehrheit hat sich der Langenauer Ortsverein im vergangenen Jahr zweimal für eine kreisweite Mitgliederbefragung über eine Fusion mit den Ulmern ausgesprochen. Den ersten Antrag hatte der Kreisvorstand aus formalen Gründen nicht zur Abstimmung zugelassen, den zweiten abgelehnt. Dazwischen, sagt Kreisverbandsvorsitzende Heidi Ankner aus Blaustein, habe ein Treffen mit Vertretern aller Ortsvereinsvorstände stattgefunden, keiner habe das Ansinnen aus Langenau unterstützt.
Damit ist die Fusions-Sache aber noch nicht erledigt. "Laut Satzung gibt es die Möglichkeit, die Entscheidung des Kreisvorstands zu überstimmen", sagt Günter Neubauer. Zehn Prozent der etwa 350 SPD-Mitglieder im Alb-Donau-Kreis müssten für einen Mitgliederentscheid unterschreiben, erläutert Heidi Ankner und fügt hinzu: "Was realistischerweise nicht passieren wird."
Ob es überhaupt zu einer Unterschriftensammlung kommt, ist Neubauer zufolge aber noch offen. "Wir wollen erst einmal eine Reihe von Gesprächen mit einer Reihe von Leuten im Kreis, in der Stadt und auch anderswo führen." Das Anliegen der Langenauer Mitglieder sei "eine SPD, die auch wahrgenommen wird". In dieser Hinsicht hätten die Grünen im Kreis seine Partei überholt, "die sind präsenter", meint Neubauer: "Da muss man schauen, liegts an den Themen oder an den Transporteuren?"
Nicht nur in der Außendarstellung könnte die Partei im Landkreis von einem Zusammenschluss profitieren, meint der Vorsitzende des etwa 40 Mitglieder zählenden Langenauer Ortsvereins. Auch die politische Durchschlagskraft könnte stärker werden, wenn die Mitgliederbasis breiter wird. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen sei es für den Kreisverband im jetzigen Zuschnitt nicht einfach, politische Talente zu finden, die sich dann auch um ein Mandat bewerben.
Der Stadt-Land-Gegensatz, meint Neubauer, werde von den Fusions-Skeptikern im Kreisvorstand überbewertet. Bei "großen Themen" wie Gemeinschaftsschule, Nahverkehr oder Sozialpolitik seien nur in Einzelheiten unterschiedliche Interessen vorhanden. Neubauer betont, dass es seinem Ortsverein keineswegs um Konfrontation mit dem Kreisvorstand gehe, "wir wollen nur ernsthaft und in die Tiefe diskutieren." Die Langenauer SPD stehe dabei aber keineswegs unter Zeitdruck: "Bis zur Sommerpause wissen wir, was wir tun."
Für Heidi Ankner, die auch den Blausteiner Ortsverein führt, besteht nach wie vor kein Grund, die Selbstständigkeit des Kreisverbands aufzugeben: "Wir würden nichts gewinnen." Die vor fast 20 Jahren vollzogene Trennung von den Ulmern habe sich bewährt. Der Alb-Donau-Kreisverband könne sich um jeden Ortsverein, jede Gemeinde kümmern. Das sei gerade bei Gemeinderats- und Kreistagswahlen unabdingbar. In einem großen Kreisverband Ulm/Alb-Donau würden die Interessen der kleinen Ortsvereine keine Rolle spielen. "Da gehen wir unter", glaubt Heidi Ankner: "Was interessiert die Ulmer Munderkingen?"
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Autor: THOMAS STEIBADLER | 09.02.2012
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