Landratsamt gibt Tipps für Drückjagden

Alb-Donau-Kreis.  Große Drückjagden auf Wildschweine sollen nicht im Chaos enden. Der Fachdienst Forst und Naturschutz des Landratsamts Alb-Donau-Kreis hat Regeln entwickelt. Darüber informierte er bei der Jagdmesse.

Die Anbauflächen für Mais werden immer größer. Sie liefern nicht nur Futter für Biogasanlagen, sondern auch für Wildschweine. Die Schwarzkittel fanden in den vergangenen zwei Jahren auch im Wald einen üppig gedeckten Tisch: Es gab reichlich Bucheckern und Eicheln. So hat sich das Schwarzwild in der Region deutlich vermehrt. Wie viele Wildschweine auf der Alb und an der Donau leben, weiß niemand. Dass es viele sind, sehen Jäger und Landwirte an den angerichteten Schäden. Nicht nur in Maisfeldern suchen die Schweine nach Nahrung, sondern auch in Wiesen, wo sie es auf die eiweißreichen Engerlinge und anderes Kleingetier abgesehen haben. So kann eine Wildschwein-Rotte während einer Nacht eine Wiese regelrecht umpflügen. Die Jäger oder die Jagdgenossenschaften müssen für die Schäden aufkommen.

Den Bestand zu dezimieren, lautet das Ziel der Jäger und der Forstverwaltung beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis. "Das geht nicht nur vom Ansitz aus", sagt der Forstwissenschaftler Dr. Jan Duvenhorst vom Landratsamt. Wie auch private Jäger für ihre Reviere, organisiert die Behörde für die Staatswälder immer wieder Drückjagden. "Eine Jagdmethode, die immer mehr in den Fokus kommt", sagt Duvenhorst, der selbst Jäger ist. Das Prinzip ist einfach: Treiber und Hunde scheuchen die Tiere aus ihren Einständen, die in einiger Entfernung wartenden Jäger erlegen das Wild. Klingt einfach, ist aber in der Praxis ziemlich aufwendig. Für die Vorbereitung hat das Landratsamt Regelungen geschaffen. Über diese hat der Fachdienst Forst und Naturschutz an einem eigenen Stand die Besucher der gestern zu Ende gegangenen Messe "Jagd und Fischerei" in Ulm informiert.

Sicherheit ist oberstes Gebot bei der Drückjagd, die auch Treibjagd genannt wird. Die Vorbereitung beginnt damit, Waldkindergärten, in der Nähe liegende Reiterhöfe, die Nachbarjäger und - über örtliche Mitteilungsblätter - die Bürger zu informieren. Verlaufen Straßen nahe des Jagdgebiets, werden verkehrsrechtliche Anordnungen mit entsprechenden Beschilderungen beantragt. Waldwege werden für Spaziergänger gesperrt. An die mit Warnwesten ausgerüsteten Treiber werden "Treiberkarten" ausgegeben, in denen die Örtlichkeiten markiert sind, wo das Wild beunruhigt werden soll. Jeder einzelne Schütze bekommt einen Platz zugewiesen. Er muss nicht nur die Flinte, sondern auch seine "Standkarte" bereit halten. Darin protokolliert er jeden Schuss, schreibt auf, welche Tiere er gesehen hat, und in welche Richtung angeschossenes Wild geflüchtet ist. Letzteres sei ganz wichtig für die Nachsuche mit Hunden, sagt Jan Duvenhorst.

Bei Drückjagden sind in der Regel nicht nur Wildschweine freigegeben, sondern auch Rehe, Füchse und Feldhasen. Eine Drückjagd sei keine wilde Knallerei, betont Duvenhorst. Jeder Jäger müsse genau wissen, worauf er schießt. Dass versehentlich ein Hund - die Jagdhunde tragen auffällige Markierungen - oder gar ein Treiber mal einen Schuss abbekam, hat Duvenhorst noch nicht erlebt. Es sei aber schon vorgekommen, dass ein Hund von einem Keiler verletzt wurde. Denn Wildschweine sind wehrhaft und schlau. Dass viele Jäger des Schwarzwilds Tod sind, muss nicht sein. Es gibt Berichte, wonach bei groß angelegten Drückjagden mit 60 Schützen insgesamt nur zehn Stück Wild erlegt wurden. Wildschweine nutzen für die Flucht oft Lücken, wo gerade kein Jäger steht.

"Drückjagden sind immer wieder Glückssache", sagt Duvenhorst. Er kann aber den Erfolg mit Zahlen belegen. Von den 124 Wildschweinen, die im noch laufenden Jagdjahr 2011/2012 bislang im Staatswald des Alb-Donau-Kreises erlegt wurden, lief die Hälfte bei Bewegungsjagden vor die Flinte.

Die Schützen haben die Möglichkeit, die Beute selber zu erwerben. Ansonsten wird das Wildbret Abnehmern in der Gastronomie angeboten. Was sagt der Fachmann zum Einwand, dass das Fleisch von Tieren, die bei Bewegungsjagden erlegt wurden, wegen des hohen Adrenalinausstoßes schlechter schmeckt? Das könne er aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, sagt Duvenhorst. Die Flucht des Wildes dauere ja nicht lange. Sie endet mit einem Schuss - oder aber mit der Freiheit.


Kommentare (5)

21.02.2012 15:22 Uhr |   Peter  Küpper

Es ist Unsinn, dass "ganze Wälder förmlich ausgerottet würden"

noch habe ich je eine wilde Knallerei auf den Drückjagden erlebt, an welchen ich teilnahm.
Trotz der Drückjagden nimmt der Wildbestand zum gerade bei Schwarzwild.
Der Unsinn, welchen Antonietta Tumminello von sich gibt, ist allerdings gar nicht mehr zu toppen.
21.02.2012 12:44 Uhr |   Antonietta Tumminello

gegen die Jagd !!!

- Die Jagd schadet dem Gleichgewicht der Natur
- Durch die Jagd steigt die Überpopulation der Wildscheine & andere Waldtiere immer weiter:
- Familienverbände werden auseinandergerissen, worauf die Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren
- Durch das Ausstreuen von Futter werden die Waldtiere angeregt sich noch mehr zu vermehren
- Die Bejagung des Fuchses führt zur Flucht und damit zur Ausbreitung von Tollwut
- Alle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt
- Der Jagd fallen jährlich zusätzlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde zum Opfer
21.02.2012 14:27 Uhr |   Heiner Mayer

Gegen

So viel Sch....... kann nur jemand schreiben der von tuten und********keine Ahnung hat.
Wildschweine haben bei uns keine natürliche Feinde.

Aber sie haben " faule Jäger " denen es zu anstrengend ist die Nächte auf dem Hochsitz zu verbringen !!

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