Achtal und Lonetal sollen Weltkulturerbe werden

Blaubeuren/Stuttgart.  Die Fundlandschaften im Ach- und Lonetal sollen Weltkulturerbe werden. Die Landesregierung hat am Dienstag den Antrag an die Unesco beschlossen. Ein wichtiges Signal, meint Georg Hiller vom Blaubeurer Museum.

Auf der Liste der Unesco sind Baudenkmale in der Überzahl. Lücken gibt es bei archäologischen Schutzgütern. Deswegen sieht das baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsministerium gute Chancen, für die Höhlen im Ach- und Lonetal das Siegel „Weltkulturerbe“ verliehen zu bekommen. Am Dienstag hat das Kabinett in Stuttgart beschlossen, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Dies sei im Ministerrat unstrittig gewesen, sagte Ministeriumssprecher Dr. Frank Kupferschmidt.

Die Landesregierung meldet nun den Antrag bis zum 1. August an die deutsche Kultusministerkonferenz, die Vorschläge aus allen Bundesländern sammelt. Über das Auswärtige Amt geht die Liste an das Unesco-Welterbezentrum in Paris.

Landet der Antrag dort, wird er auch zum Zuge kommen, meint Georg Hiller, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Blaubeurer Museumsstiftung. Das sei aber noch ein langer Weg. Erst 2016 werde in Paris eine Entscheidung getroffen, sagt Hiller, der zu einer seit drei Jahren bestehenden Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Antrags gehört. Froh ist er über das klare politische Signal aus Stuttgart. Jetzt müssten unter Leitung des Landesdenkmalamts weitere Informationen und wissenschaftliche Fakten zusammengetragen werden. Es gehe um Gebietsabgrenzungen, Schutz- und Besucherkonzepte.

Die eiszeitlichen, bis zu 40 000 Jahre alten Funde selbst, darunter die ältesten Musikinstrumente und die älteste figürliche Menschendarstellung der Welt, sind nicht Gegenstand des Antrags. Es geht um die Fundstätten. Im Achtal zwischen Schelklingen und Blaubeuren sind das die Höhlen Hohler Fels, Sirgenstein und Geißenklösterle, im Lonetal der Vogelherd bei Niederstotzingen (Kreis Heidenheim), der Hohlensteinstadel bei Asselfingen und die Bocksteinhöhle bei Öllingen.

Der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold sieht in dem gestrigen Beschluss eine Würdigung der einzigartigen Funde aus den Alb-Höhlen. Mit einer Unesco-Auszeichnung werde es besser gelingen, das Thema in die breite Öffentlichkeit zu tragen – über regionale und nationale Grenzen hinaus.

Seibold sieht aber auch die Verpflichtung, daraus etwas zu machen. Die Stadt werde gemeinsam mit der Museumsstiftung Inhalte entwickeln. Mit der Erweiterung des Urgeschichtlichen Museums hätten die Stadt Blaubeuren, die Stiftung und der Alb-Donau-Kreis die Weichen schon entsprechend gestellt. Rückenwind bringt der Beschluss der Landesregierung auch für die Stadt Niederstotzingen, die an der Vogelherdhöhle im Lonetal mit dem Bau eines Archäoparks begonnen hat.


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Autor: JOACHIM STRIEBEL | 07.02.2012

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