9. Radmarathon rund um Altheim/Alb

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Sein blaues Rennrad ist von 1982. Schwerer Stahlrahmen, Rahmenschaltung und die typischen Körbchenpedale. Die Teile hat er mühsam beschafft, um das Rad in einen möglichst ursprünglichen Zustand zu versetzen – alles in allem kann das dann schon mal 2000 Euro kosten. Richard Götz’ Hobby hat seinen Preis: Der Radfahrer aus Ulm ist großer Fan der Retrotouren, die mittlerweile in ganz Europa stattfinden. Und am Wochenende auch in Altheim, beim 9. Radmarathon „Rund um Altheim/Alb“.

 Unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein tummeln sich Fahrerinnen und Fahrer aller Strecken vor der Albhalle. Die 78 Kilometer der Retrotour über Dettingen, Herbrechtingen, Eselsburg, Hürben, Lontal, Bissingen, Setzingen, Nerenstetten und Ballendorf werden gemeinsam gefahren. „Das ist das Schöne an der Tour. Wir fahren in der Gruppe, können uns unterhalten und die Fahrzeit spielt keine Rolle. Bei den anderen Touren fährt jeder los, wann er will, und es geht oft nur um Schnelligkeit“, sagt Richard Götz. Der 65-Jährige ist selbstverständlich angemessen mit einem Baumwolltrikot bekleidet. Schwitzen garantiert, wie damals eben.

„Tja. Radfahren – das war damals kein Vergnügen“, erzählt Vorsitzender Jürgen Ehret schmunzelnd. Sein Verein, der Rad-Sport-Club Altheim/Alb 1988, freut sich über die insgesamt rund 700 Teilnehmer aus ganz Deutschland, die auf fünf Strecken starten. „Für jeden ist eine passende dabei. Man kann aus sechs verschiedenen Touren zwischen 28 und 168 Kilometern Länge wählen. Dazu gibt es seit neun Jahren auch einen Marathon mit 208 Kilometern“, erklärt Ehret. Hier können die BDR-Fahrer (Bund Deutscher Radfahrer) Punkte sammeln. Über mangelnden Nachwuchs könne man sich nicht beschweren, auch viele junge Leute und Familien machen mit. Auch die immer mehr werdenden E-Biker seien sehr willkommen.

Rund 60 Helfer des Vereins sind seit dem frühen Morgen auf den Beinen und kümmern sich um Anmeldung, Beschilderung und die Verpflegungsstationen. Die 6 bis 16 Euro Startgeld pro Person  – je nach gewählter Strecke – kann der Verein gut gebrauchen, denn die Organisation über gleich drei Landkreise (Heidenheim, Göppingen, Alb-Donau) ist sehr aufwendig. Kurz vor neun – gleich ist Startschuss für die Retrotour – biegt dann noch ein Fahrer um die Ecke, der staunende Blicke auf sich zieht. Er sitzt auf einem so genannten Bonanzarad mit langem Bananensattel und Hirschgeweih-Lenker, an dem ein Fuchsschwanz baumelt. „Ich schau‘ mal, wie weit ich komme“, scherzt der Besitzer des Gefährts.

Fast jeder der Retro-Starter hat auch noch ein modernes Rad zu Hause. Mit allem neuen Schnickschnack, zum sportlichen Fahren. Doch eigentlich sei das alles nichts „Gescheites“ mehr, da ist man sich einig unter den Retro-Radlern. Viel zu teuer – und lang nicht so haltbar wie die alten Modelle, lautet die einhellige Meinung.

Nach knapp vier Stunden trudelt die kleine Truppe sichtlich gut gelaunt wieder ein. „Besser kann‘s nicht sein!“, vermelden sowohl Teilnehmer als auch Veranstalter. Der Sonntagsausklang kann beginnen – mit Radler natürlich. Und bis im September die Planungen für die Tour im nächsten Jahr beginnen, wollen die Mitglieder des Rad-Sport-Clubs selbst ordentlich in die Pedale treten.

Vorgaben Für die Teilnehmer der Retrotour in Altheim/Alb mussten Räder und Ausrüstung älter sein als der veranstaltende Verein: also vor 1988 gebaut. Das Tragen eines Radhelmes war allerdings dennoch Pflicht – das gibt der Bund Deutscher Radfahrer den Startern vor.

Veranstaltung Für Retrotour-Fans steht bald der nächste Termin in der Region an: die Rottal-Classic am 24. Juni in Vöhringen.

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