75 Jahre Naturschutzgebiet Salenberg: Gesang der Heuschrecke

Der Gesang der Heuschrecke entsteht, weil das Insekt seine Beine am Körper reibt. Das und noch mehr Interessantes erfuhren Besucher beim Fest zum 75-jährigen Bestehens des Naturschutzgebiets Salenberg.

|
Dr. Heiko Bellmann (Mitte, kariertes Hemd) zeigte den Besuchern am Samstag die Vielzahl an Insekten, die am Salenberg leben.  Foto: 

"Unten am Salenberg steht ein Schild mit dem Hinweis, dass die Heide bereits seit 1938 Naturschutzgebiet ist." Das sagte Marianne Prinzing am Samstag anlässlich des Festes zum 75-jährigen Bestehens des Naturschutzgebietes. Dass in einer geschichtlich betrachtet solch kritischen Zeit überhaupt ein Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, findet sie bemerkenswert. Die Lonseer Kommunalpolitikerin und Kreisrätin für Bündnis 90/Die Grünen hatte den Tag organisiert. "Weil oft nur die Probleme diskutiert werden, soll heute einmal der Naturschutz gefeiert werden."

Trotz des hartnäckigen Nebels kamen am Samstag zahlreiche Besucher, um sich rund ums Lonseer Sportheim Ausstellungen und Info-Stände des NABU, des BUND, des Schwäbischen Albvereins, des Bezirksimkervereins, des Regierungspräsidiums Tübingen und von Schulen aus der Umgebung anzusehen. Zudem wurden Führungen über die Wacholderheide, Spiele für Kinder und Kulinarisches aus der Region angeboten.

Dr. Heiko Bellmann leitete eine der Führungen durch den Salenberg: Der Biologe an der Universität Ulm lebt seit 24 Jahren in Lonsee, kennt nach eigener Aussage die Gegend aber nicht wesentlich besser als andere. "Man neigt dazu, sich in der nächsten Nähe am wenigsten auszukennen", sagte er mit einem Grinsen. Bellmanns Spezialgebiet sind Spinnen und Insekten, daher fing er mit den rund 30 Teilnehmern beispielsweise Heuschrecken, bestimmte deren Geschlecht und Art. In Gläschen konnte man die Tiere aus der Nähe begutachten.

Nicht nur die unterschiedlichen Merkmale der Heuschrecken wurden bewundert, Bellmann erzählte auch einiges über die Mechanik der Heuschreckengesänge: Durch die Reibung der Beine am Körper werde der typische Ton erzeugt. Besonders spannend fanden viele die Wolfsspinnen, von denen ebenfalls ein Exemplar gefangen wurde: "Sie trägt den Kokon auf ihrem Rücken herum", sagte Bellmann. Wenn sie diesen verliere, suche sie sich einen Ersatz in der entsprechenden Größe. "Meine Frau hat mal eine Wolfsspinne mit einem Schneckenhaus auf dem Rücken gefunden", erzählte der Biologe. Ebenso erfuhren die Exkursionsteilnehmer, dass der Ohrwurm erst vor Kurzem beim Fliegen beobachtet wurde. Bis dahin habe man geglaubt, dass diese, in Schwaben "Ohrenpfitzler" genannten Insekten, nicht fliegen können.

"Wahnsinn", sagte eine der Besucherinnen: "Was hier alles auf kleinster Fläche lebt." Die eingefangenen Krabbler wurden übrigens nach der Führung alle wieder in die Freiheit entlassen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Rätselhafter Fall in Warthausen: Eine Tote und zwei Verletzte

Bei einer noch nicht aufgeklärten Gewalttat in Warthausen (Landkreis Biberach) sind eine Frau getötet und zwei Männer verletzt worden. weiter lesen