62 Bauplätze: Bagger prägen Bild im Blausteiner "Pfaffenhau 5"

Mit sieben Baggern arbeiten zwei Baukolonnen an der Erschließung des "Pfaffenhau 5" in Blaustein. Die 62 Bauplätze sind begehrt. Der Schäferhundeverein, der weichen muss, hat noch kein neues Domizil.

|
Bagger kommen dem Heim des Hundevereins ganz nahe. Es entsteht das Baugebiet "Pfaffenhau 5". Ein neues Domizil ist noch nicht gefunden. Foto: Matthias Kessler

Mit dem Wohnbaugebiet "Pfaffenhau 5" wird die 15.500-Einwohner-Gemeinde Blaustein um 220 bis 250 Menschen wachsen. "Blaustein war und ist eine attraktive Wohngemeinde", sagt Kämmerer Josef Engel. Er muss sich um den Verkauf der 62 Bauplätze keine Sorgen machen. 400 Interessenten haben im Rathaus Unterlagen angefordert. Zur Verfügung stehen 40 Grundstücke für Einfamilienhäuser mit Flächen zwischen 400 und 700 Quadratmetern, acht Plätze für Geschossbauten und 14 für Reihen- oder Kettenhäuser. Pro Quadratmeter müssen die Käufer - Privatleute und Bauträger - 260 bis 310 Euro bezahlen. Ein Preisniveau wie in Ulm. "Aber auch nicht teurer", sagt Josef Engel. "Pfaffenhau 5" liegt nahe an der Gemarkungsgrenze zu Ulm, östlich schließt sich das Wohngebiet Eselsberg an.

Die Plätze an dem Südhang werden in einem Vergabeverfahren, in das der Ehrenstein-Klingenstein-Ausschuss des Gemeinderats eingebunden ist, abgegeben. "Jeder hat die gleiche Chance", sagt Engel. Die Bauplatzvergabe wird im Sommer abgeschlossen, im Herbst können die ersten Häuslesbauer loslegen. Bis dahin werden die Straßen mit einem Schwarzbelag überzogen sein.

Derzeit wird in dem Baugebiet hauptsächlich an der Entwässerung gearbeitet. "Bis in zwei Wochen sind wir mit dem Kanal fertig", sagt Bauleiter Gerhard Stegmüller vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller. Jeweils 1000 Meter Kanalrohre für Schmutzwasser und Regenwasser sind nötig. Das Niederschlagswasser fließt nicht in die Kläranlage, sondern in die Blau. Damit der Fluss bei Regen nicht überflutet wird, werden am unteren Ende des Baugebiets, beim Sportplatz am Jahnweg, zwei jeweils 80 Meter lange Stauraumkanäle mit einem Durchmesser von 2,20 Metern eingebaut. Von dort fließt das Regenwasser dosiert in die Blau.

Stegmüller nennt weitere Zahlen: Es werden Wasserleitungen mit einer Länge von 1000 Metern verlegt, 10 000 Quadratmeter Straßen und Plätze befestigt. Die Arbeiter des Laupheimer Bauunternehmens Schwall bewegen mit ihren Baggern und Lastwagen rund 15.000 Kubikmeter Aushubmaterial. Weil sie beim Anlegen der Kanalgräben teilweise auf harten Untergrund stoßen, müssen sie manche Bagger mit speziellen Felsfräsen ausrüsten.

Vergangene Woche kamen die Baumaschinen dem etwas verloren dastehenden Vereinsheim des Schäferhundevereins Blautal ganz nahe. "Wir haben noch eine Galgenfrist bis Oktober", sagt der Vorsitzende Torsten Immel, dann muss der Übungsplatz aufgegeben werden, das Gebäude wird der Neubebauung weichen. Am vergangenen Wochenende hat die Ortsgruppe, die zum Verein für Deutsche Schäferhunde gehört, ihre letzte Frühjahrsprüfung dort abgehalten. Zwar habe die Gemeinde provisorisch einen Schotterparkplatz anlegen lassen, doch komme man jetzt wegen der Baustelle rundum nur noch zu Fuß auf das Vereinsgelände, könne nichts mit dem Auto transportieren, sagt Immel. Ein Geräteschuppen wurde schon abgerissen, einige der 22 Hundeboxen entfernt. Mehr als die derzeitigen Einschränkungen bereitet dem Vorsitzenden die Zukunft des Schäferhundevereins Sorgen: "Wir hängen total in der Luft."

Sein Verein und die Vorstandschaft des Sportvereins Wippingen waren überein gekommen, den Hundesport künftig auf dem Sportgelände in Wippingen zu betreiben und dort möglicherweise das bestehende Vereinsheim zu erweitern. Der Ortschaftsrat machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Mit Hinweis auf die nichtöffentliche Beratung möchte sich Ortsvorsteher Peter Enderle nicht näher dazu äußern. "Es liegen noch nicht alle Fakten auf dem Tisch". Das Thema werde demnächst in öffentlicher Sitzung behandelt.

Der Gemeindeverwaltung Blaustein würde den Hundeverein lieber auf dem Sportplatz, der gut 700 Meter westlich von Wippingen liegt, sehen als im Ehrensteiner Schammental. Dort wurde im Blick auf einen neuen Hundeübungsplatz bereits ein Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht, doch die geringe Entfernung zur Wohnbebauung und die fehlende Infrastruktur erschweren das Vorhaben. Ein neues Vereinsheim wäre nötig, sagt Torsten Immel, "und die Gemeinde hat sich noch nicht geäußert, wie sie uns unterstützen will."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Drama von Eislingen: Polizei klärt Tötungsart auf

Zwei der Opfer in Eislingen sind an Schnittverletzungen an der Kehle gestorben, das dritte an einer Schussverletzung. weiter lesen