56,1 Prozent der Stimmen für den neuen Bürgermeister in Dietenheim

Christopher Eh wird neuer Bürgermeister Dietenheims. Der gebürtige Dietenheimer gewann die Wahl gegen die zwei Mitbewerber Rainer Strobl und Uwe Manz im ersten Wahlgang mit 56,1 Prozent der Stimmen.

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Einen Blumenstrauß überreichte Sigisbert Straub (rechts) der Ehefrau von Christopher Eh, Birgit. Foto: Beate Reuter-Manz

Plötzlich durchbrach ein tosender Applaus die gespannte Stille. Nachdem für die Dietenheimer Bürgermeisterwahl zuletzt auch noch die Stimmen aus dem Bürgerhaus in Regglisweiler ausgezählt waren, gab es für viele Besucher im Dietenheimer Rathaus kein Halten mehr: Lauter Beifall brandete unter den rund 50 Interessierten auf, die das Ergebnis hautnah miterleben wollten. Christopher Eh wird im Juni also neuer Bürgermeister Dietenheims und damit Sigisbert Straub nach 32-jähriger Amtszeit beerben.

Das "Vielen Dank" des frisch gewählten Christopher Eh, der sich mit seinen 56,1 Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang durchsetzte, ging durch den lang anhaltenden Applaus fast unter. Einer der ersten Gratulanten war Ehs Kontrahent Rainer Strobl, der sich bereits früh im Rathaus eingefunden hatte. Etwas später gratulierte auch der zweite Mitbewerber um das Bürgermeisteramt, Uwe Manz.

"Lieber Herr Eh, ich beglückwünsche Sie als meinen Nachfolger", sagte Straub schließlich und machte das Ergebnis damit quasi amtlich. Es sei ein fairer Wahlkampf gewesen, wofür er sich bei allen drei Kandidaten bedankte. Nun müsse Christopher Eh Bescheid geben, wann er mit seiner Arbeit im Dietenheimer Rathaus anfangen wolle. "In manchem sind Sie ja schon gut informiert, so dass uns die Übergabe leichter fallen wird", sagte der scheidende Schultes und gab seinem Nachfolger auf den Weg: "Seien Sie eine gute Stütze für Dietenheim und entwickeln Sie die Stadt weiter." Nicht grämen solle er sich, wenn er auch mal die ersten Fehler mache. "Das ging mir damals auch nicht anders. Da muss man daraus lernen, und dann geht es weiter." Zum Schluss seiner kurzen Ansprache überreichte Straub der Ehefrau von Christopher Eh, Birgit, einen großen Blumenstrauß.

"Ich bin froh und ich bin stolz darauf, dass ich von Ihnen das Vertrauen erhalten habe und zum neuen Bürgermeister Dietenheims gewählt wurde", begann Christopher Eh seine kurze Dankesrede. Es sei eine große Verantwortung, die nun auf ihn warte, die er mit aller Kraft gut bewältigen wolle. Sein besonderer Dank galt seiner Familie für die große Unterstützung, denn: "So ein Wahlkampf nimmt einen wirklich mit, das hatte ich nicht gedacht." Da er nun als Leiter der Kämmerei in Ulm kündigen und seine Amtsgeschäfte einem Nachfolger übergeben müsse, werde er in der nächsten Zeit voraussichtlich nicht so oft in Dietenheim zugegen sein. Doch sobald er seine neue Aufgabe als Bürgermeister aufnimmt, möchte Eh die Stadt Dietenheim in eine lebens- und liebenswerte Zukunft führen.

Gefasst nahmen die beiden Kontrahenten Ehs das Ergebnis auf. "Ich hatte mir davor keine Gedanken gemacht, wie ich abschneide", sagte Rainer Strobl, "ich wollte das probieren und das Beste daraus machen." Auch wenn er mit seinen 40,6 Prozent der Stimmen nicht zum Bürgermeister gewählt worden sei, sei es eine sehr interessante Erfahrung gewesen. "Das würde ich auf jeden Fall wieder machen."

Uwe Manz wiederum hatte nicht mit einem so schlechten Ergebnis bei der Dietenheimer Bürgermeisterwahl gerechnet. "Ich bin einen ganz neuen Weg gegangen, da gab es nur hopp oder top." Doch unter dem Strich habe er trotz nur 3,0 Prozent der Stimmen auch viele gute Erfahrungen gesammelt, zahlreiche neue Freunde gefunden und alte Freundschaften wieder belebt. Sein Vorhaben, die Geschäfte in Dietenheim zu beleben, möchte er nun zumindest mit seinem eigenen Laden umsetzen.

Ein Wermutstropfen bei der Dietenheimer Bürgermeisterwahl lag in der geringen Wahlbeteiligung. Lediglich 58,5 Prozent der Wahlberechtigten fanden den Weg in die sechs Wahllokale oder machten bereits vorher von ihrer Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch. Bis 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung im Durchschnitt sogar noch unter 50 Prozent, vor allem in den beiden Regglisweiler Wahllokalen fanden bis dahin nur wenige Bürger den Weg zu den Wahlurnen. Lediglich in der Dietenheimer Stadthalle und im Rathaus war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Wahlbeteiligung von mehr als 50 Prozent erreicht. "Im Vorfeld habe ich mit einigen Kandidaten gesprochen, die sich nicht entscheiden konnten. Wahrscheinlich sind einige Bürger aus dieser Unentschiedenheit heraus einfach überhaupt nicht zur Wahl gegangen", suchte der Dietenheimer Wahlleiter Dietmar Kögel nach Ursachen für die geringe Beteiligung. Ganz abgesehen davon, gebe es ohnehin immer einen gewissen Anteil an der Bevölkerung, der nicht zu Wahlen gehe.

Dem Wahlsieger Christopher Eh war die Wahlbeteiligung im Nachhinein wohl einerlei. Umringt von seiner Frau und seinen beiden Söhnen sowie zahlreichen Freunden und Bekannten ließ er sich mit einem Gläschen Sekt gratulieren. Später feierten er und seine Anhänger noch in der Dietenheimer Gastronomie.

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